Schluss mit rutschig!

11 Kommentare

Glatte Schuhsohlen anrauen

glatte, rutschige Ledersohlen

Glatte, rutschige Ledersohlen

Es ist mir ein Rätsel, warum nach wie vor so viele Schuhe mit glatten (Leder-)sohlen verkauft werden. Seit ich vor ein paar Jahren in neuen Schuhen einmal übelst ausgeglitten und gestürzt bin, präferiere ich definitiv Gummisohlen an meinen Schuhen. Auch wenn ich irgendwo einmal gelesen habe, dass Gummisohlen – im Gegensatz zu Ledersohlen – „stillos“ seien (und ich schätze, das ist der Grund, warum immer noch so viele Schuhe mit Ledersohlen verkauft werden).

Da laufe ich für meinen Teil doch lieber unbesorgt und stillos auf meinen rutschfesten Gummisohlen herum, als mich mit viel Stil auf die Nase zu legen!

Nichtsdestotrotz landet trotzdem ab und zu mal ein Paar Schuhe mit glatten Sohlen in meinem „Einkaufskörbchen“ (seien diese nun aus Leder oder aus Kunststoff). Sollte ich die Schuhe etwa deshalb zurücksenden, wenn sie doch ansonsten gut passen? (was selten genug vorkommt!). Nein, es muss eine andere Lösung her. Um glatte Sohlen rutschfest zu machen, gibt es mehrere Alternativen:

1. Gummisohlen vom Schuster

Die beste Lösung gegen glatte Schuhsohlen ist natürlich auch gleich die Teuerste: Die Schuhe zum Schuster bringen und diesen bitten, Gummisohlen unter den Schuhen zu befestigen. Funktioniert wunderbar, kann aber gut und gerne auch schon einmal bis zu 20 Euro kosten, hinzu kommt die Rennerei (Wegbringen, ein paar Tage warten, abholen). Mit meinen „Middlekneestiefeln“ habe ich übrigens genau dies gemacht – bevor ich sie zum ersten Mal draußen trug. Wie gesagt, ich bin diesbzgl. sehr vorsichtig.

2. Gummisohlen zum Ankleben

Alternativ – und etwas preiswerter – kann man sich Gummisohlen (z. B. über Amazon) kaufen und diese selbst auf die Sohlen kleben. Die Kosten: etwa 8 Euro pro Paar (evtl. plus Versandkosten). Klingt günstiger als die Gummisohlen vom Profi, ist es aber nur bedingt, liest man sich mal die Kundenrezensionen bei Amazon durch. Offenbar lösen sich diese Antirutschsohlen sehr leicht vom Schuh, d.h. deren Haltbarkeit ist wohl nicht so optimal wie die der teuren Sohlen vom Schuster.

3. Haarspray auf die Sohlen sprühen

sohlenhaarsprayEine wirklich günstige Lösung für den Notfall (wenn es schnell gehen muss und man nichts anderes zur Hand hat), stellt das Aufsprühen von Haarspray auf die Sohlen dar. Allerdings hält die Wirkung Outdoor – vor allem bei feuchtem Boden – nur äußerst kurzfristig vor. Und Indoor bleibt man bei jedem Schritt am Teppich kleben – was ein Gefühl sein dürfte, als hätte man permanent einen Kaugummi unterm Schuh kleben… Außerdem nimmt man auch noch jeglichen Dreck mit. Trotzdem: Für Notfälle sicherlich die einfachste, schnellste und kostengünstigste Lösung.

4. Pflaster auf die Sohlen kleben

Auch die Idee, sich Wundpflaster unter die Schuhe zu kleben, ist eher etwas für spontane Notfälle. Der Komfort dürfte wohl etwas leiden und die Haltbarkeit soll ebenfalls nicht besonders gut sein.

5. Über Kies / Steinchen laufen

Wer die Möglichkeit dazu hat, kann mal einen kleinen Stepptanz auf Split ausprobieren, um die Sohlen anzurauen. Hier in der Umgebung wüsste ich aber noch nicht, wo ich eine geeignete Bodenfläche finde. Anrauen ist grundsätzlich aber gut, also versuchte ich genau dies mit anderen Hilfsmitteln:
sohlenanrauhenstahlwolle

6. Sohlen anrauen mit Stahlwolle

Etwas, was ich zuhause hatte – und nicht extra bestellen musste, sind solche Topfreiniger aus Edelstahl. Ich rieb also mit einem solchen Teil in horizonaler Richtung (also entgegen der Laufrichtung) über die Sohle. Die Wirkung: Minimal. Die Sohle verkratzt etwas, sicherlich ist sie etwas weniger rutschig als zuvor, mir jedoch reicht das noch nicht, um mich sicher zu fühlen. Außerdem ist es ein wenig mühselig.
sohlenanrauenschmiergelpapi

7. Sohlen anrauen mit Schmirgelpapier

Also bestellte ich mir im Internet Schmiergelpapier. Da ich nicht wusste, welche Stärke erforderlich ist, kaufte ich ein Kombipaket bestehend aus mehreren Blättern in unterschiedlichen Stärken (ca. 10 Euro). Ich testete direkt die Maximalstärke 1000, ganz nach dem Motto „viel hilft viel“. Und siehe da: Die Sohlen wurden mit Leichtigkeit – ohne jegliche Anstrengung – angeraut. Eine prima Sache. Das mach ich jetzt immer so. Der einzige Nachteil: Die Substanz dünner Sohlen kann natürlich unter dem Abrieb leiden. Und „stilvoller“ sehen die Sohlen dadurch ganz sicher auch nicht aus. Für mich ist es jedoch die ideale Lösung. Klappt übrigens bei Leder- wie auch Kunststoffsohlen wunderbar.

All diese Tricks sind natürlich nicht auf meinen eigenen Mist gewachsen, sondern aus dem Internet zusammengetragen.

8. Für den Härtefall: Schuhspikes

schuhspikesglatteisWenn es draußen dann so richtig glatt wird, ist das Anrauen von Schuhsohlen selbstverständlich nicht mehr ausreichend. Für diese Fälle gibt es Spikes, die man sich um die Schuhe schnallen kann. Auf vereistem Grund sowie auf Schnee läuft es sich damit recht gut. Etwas unangenehm finde ich es jedoch, mit den Metallspikes über trockenen Asphalt zu laufen (z. B. überall dort, wo erfolgreich gestreut wurde). Nicht nur wegen dem lauten Klackern der Metallspikes, sondern weil sich diese dadurch auch sehr leicht abnutzen können. Bevor man irgendwelche Gebäude betritt sollte man die Teile natürlich unbedingt wieder von den Schuhen entfernen, um die Fußböden nicht zu verkratzen.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche und stets einen sicheren Stand!

Heute mal ein schöner Song von Madness:
„Michael Caine“ (1984)

11 Gedanken zu „Schluss mit rutschig!

  1. Das einzig sinnvolle bei den ganzen Tests ist das Schmiergelpapier, je feiner umso besser – sonst schmirgelt man ja gleich die halbe Ledersohle mit
    Oder man lässt gleich eine dünne rutschfestere Gummisohle draufmachen😉

  2. Gut zu wissen, wie man sich behelfen kann. Danke Annemarie!
    Meist sind die Sohlen meiner Schuhe geriffelt. Ich achte darauf, weil ich sie ja fast alle auch draußen zum spazierengehen anziehe. Na ja die mit Absatz nicht, aber auch die haben Riffelsohlen.
    Beim Abschleifen hätte ich die Befürchtung, dass die Sohle zu dünn wird.
    Lieben Gruß von Sabine

    • Hi Sabine,

      ich bin auch viel zufuß unterwegs, deshalb ist mir das so wichtig, in meinen Schuhen nicht auszurutschen. Ob die Sohlen zu dünn geworden sind, kann ich ja demnächst mal berichten (wenn ich die Schuhe mal bei Regen angezogen habe – falls ich nasse Füße kriege, gebe ich Bescheid! ;-)).

      Lg, Annemarie

    • Hi Sunny, das kann ich nachvollziehen. Mir gehts nämlich oft umgekehrt so, dass ich Schuhe im Sale für sagen wir mal maximal 30 Euro ergatterte und die sind es mir dann irgendwie nicht wert, nochmal 20 Euro für die Sohlen draufzulegen. Weil ich denke: So ist es dann kein Schnäppchen mehr… für Schuhe, die allerdings trendresistent und von guter Qualität sind, gönne ich mir (wie Du an meinen Stiefeln siehst) auch schonmal den Schuster.
      Lg, Annemarie

  3. Liebe Annemarie, das nenne ich mal ausführlich. Bisher bin ich mit meinen Ledersohlen noch nicht ausgerutscht. Allerdings finde ich es ganz blöd, wenn Winterstiefel Ledersohlen haben. Meist ist es draußen nass und feucht und das mag das feine Leder ja auch nicht wirklich gerne.
    Übrigens habe ich mal gehört, dass sich manche die Schuhsohlen mit Rasierklingen einschneiden, um sie „rutschsicher“ zu machen. Aber schöner wird es dadurch auch nicht…🙂
    Einen schönen Sonntagabend, lieber Gruß Conny

    • Hi Conny,

      Rasierklingen, das kannte ich noch nicht. Vom Einschnitten mit einem Messer habe ich allerdings auch schon irgendwo gelesen.

      Lg, Annemarie

  4. Interessant, interessant… allerdings hatte ich bisher wohl immer Glück mit meinen (Leder)Sohlen. Ich bin eigentlich nie ausgerutscht. Ich habe eher ein Problem mit den Absätzen. Die ruiniere ich mir beim Autofahren und auch am Bürostuhl, da besonders. Könnte man dafür nicht was erfinden?!
    LG

    • Hi Cla,

      was machst Du denn am Bürostuhl? Ich habe mir da bisher nur Maxiröcke eingerissen (verfangen in den Rollen). Meinen Schuhen haben die noch nie was getan.

      Lg, Annemarie

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