It’s gettin hot (in here)

15 Kommentare

Hotpants vs Jugendstil

Vector: Moi Cody (katagaci), Hintergrund: Marc Low, sxc.hu

Vector: Moi Cody (katagaci), Hintergrund: Marc Low, sxc.hu

Sobald die Quecksilbermarke die 28 Grad übersteigt, tauscht die modebewusste Düsseldorferin ihre geliebte Skinny Jeans gegen Hotpants. Das Gesamtbild ändert sich dadurch zwar ein wenig, bleibt jedoch mehr oder weniger einheitlich. Wobei sich die Hotpants-Trägerinnen in zwei Lager aufteilen: Diejenigen, die darunter eine Strumpfhose tragen und diejenigen, die auf letztere verzichten.

Wie Ihr Euch denken könnt, habe ich mich der Hotpantsfraktion bisher nicht angeschlossen. Nicht etwa deswegen, weil ich mich zu alt dazu fühle – es widerstrebt mir grundsätzlich mich an irgendwelche altersbezogenen Moderegeln zu halten. Sondern weil ich der Meinung bin, dass solche knappen Shorts Menschen mit makellosen Beinen vorbehalten sein sollten* – und zu dieser Gruppe zähle ich derzeit nicht. Und was soll die Variante mit der Strumpfhose? Ist das nicht ziemlich paradox? Ich mein, bei den Temperaturen? Ein bisschen kommt mir das vor wie – sorry – gewollt und nicht gekonnt.

Während sich also halb Düsseldorf in Hotpants gewandet, versuche ich mich zwischenzeitlich an meinem Experiment „Edwardian Style“ (ich hatte so etwas schon einmal angedeutet), der Mode, die vor ziemlich genau 100 Jahren modern war. Ein bisschen Downton Abbey, ein bisschen Jugendstil – you know what i mean. Es ist allerdings schwierig zu dosieren, soll es doch einerseits als eine Hommage an die späte Belle Époque zu erkennen sein, andererseits aber nicht unbedingt nach Karneval aussehen. Ein Original-Vintagekleid aus den 1910-er Jahren besitze ich leider nicht. Bei Etsy könnte man das eine oder andere traumhaft schöne Stück erwerben. Aber so gut wie ausschließlich von Händlern aus den USA und zu – sagen wir mal so: „Sammlerpreisen“! Deshalb kombiniere ich Maxirock und Sommerpulli von Mango mit meinem selbst konfigurierten „Jugendstilgürtel“. Die Sachen sind eher luftig, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht. Und der Knoten im Rock ist Absicht.

edwardian-style-4er

» Pinterest-Sammlung zur edwardianischen Mode
» Noch eine schöne Sammlung (Fashion 1910-1920)
» Eine hab ich noch.

* = Das gilt natürlich nur für Hotpants (= Shorts, die gerade mal den Po bedecken) – nicht etwa für gemäßigte Shorts, Bermudas, Hosenröcke etc.

Und passend zu den ansteigenden Temperaturen:
„Hot in here“ von Nelly (2002)

15 Gedanken zu „It’s gettin hot (in here)

  1. Liebe Annemarie, du siehst fabelhaft aus, sehr elegant!
    Was die Hotpants betrifft, so bin ich definitiv (oh, wie ich dieses Wort hasse, aber hier benutze ich es mal) aus dem Alter raus. Ich würde mich damit wirklich zum Gespött der Leute machen, aber ich liebe diese Höschen an jungen Mädchen. Nun, ich hatte meine Zeit, ich trug sie in den 1970-igern.
    LG

  2. Also diese Kombi sieht aus wie aus einem Stück – das passt so wunderbar zusammen und ich mag den Knoten im Rock sehr – quasi wie eine Raffung. Hotpants und ich sind definitif keine Freunde – ich meide die Dinger wie der Teufel das Weihwasser und zwar weil ich einfach völlig bekloppt darin aussehe – leider auch schon als ich jung war🙂 – ich denk immer jeder wie er mag – und manchmal – da bin ich ein kleines Sackgesicht – bin ich den Mädels sogar dankbar, weil sie mich in meinen Gedanken genau DAS NICHT zu tragen bestätigen… böse gell🙂 – gilt übrigens ebenfalls nicht für normale Shorts oder Röcke usw.

    Liebe, beinbestoffte Grüße aus der EDELFABRIK Chrissie

  3. ich finde es auch überhaupt nicht schön unter der sowieso schon engen hotpant eine leggings zu tragen!!!ich zähle zur gruppe- ohne leggings( trotz makel)
    dein look sieht aber sowieso wieder fantastsch aus🙂 sehr sehr gut
    lieben gruß
    tina

  4. Cla sagt es. Atemberaubend trifft es gut.🙂 Allerdings hast du auch den Dreh raus, ausgefallene Kombinationen zu tragen, in denen andere eher nach Fasching aussehen. Habe neulich selbst so einen Schlapphut ausprobiert und musste leider feststellen, dass der auf meinem Kopf verkleidet aussieht. *seufz* So schade…😦

    Und was die Hotpants angeht … tja… für mich sind se nichts. Und wie bei den Skinnys finde ich, dass sie nur für sehr wenige was sind, auch wenn sie gerade in sind. Schwierige Frage, wer was tragen darf. Die Antwort lautet natürlich: Jeder soll das tragen, worin er sich am besten fühlt. Offiziell. Aber andererseits frage ich mich manchmal schon, ob man die eigenen Vorzüge und Schwachstellen so schlecht einschätzen kann, dass man eben zu Kleidung/Kombinationen greift, die eigentlich nichts für einen tun. Aber vielleicht ist das auch nur ein persönliches Ding, dass ich meine vermeintlichen Schwachstelle nicht öffentlich zur Schau stellen möchte. Vielleicht ist der Gedankenfehler der, überhaupt Schwachstellen bei sich und anderen zu sehen. Und vielleicht ist wirkliche Freiheit die, sich einfach über alle Perfektionszwänge hinwegzusetzen… hm… ich weiß es nicht… Ich weiß nur, dass ich selbst noch sehr weit davon entfernt bin.😉

    LG Anna

    • Hi Anna,

      was ist daran verkehrt, ein Ästhet zu sein? Denn ich glaube, dass ist es doch. Wir möchten unsere Pluspunkte betonen und die Schwachstellen möglichst kaschieren, um so gut wie möglich auszusehen. Ein angenehmes Bild abzugeben. Für unseren eigenen ästhetischen Anspruch und idealerweise auch in den Augen der anderen.

      Mir ging es in der Angelegenheit aber eigentlich weniger darum, dass sich Frauen in Hotpants zwängen, die vielleicht nicht unbedingt die Figur dazu haben (obwohl das natürlich genauso oft vorkommt wie bei besagten Skinnys) sondern mehr darum, die allgemeine Einheitsmode und die damit zusammenhängende fehlende Vielfalt zu bedauern. Zumal es wie gesagt, doch so viele Alternativen gäbe.

      Lg, Annemarie

  5. Hallo Annemarie,

    Du sprichst mir hier wieder aus der Seele, ganz ähnlich wie bei den „Skinnies“. Ja, meine Beine sind auch alle andere als perfekt. Und wenn es für Männer okay ist, ihre (oft eher unansehlichen) Beine im Sommer mit Stoff zu bedecken, warum ist es dann anscheinend (fast) tabu für uns Frauen, das Gleiche zu tun?

    Anders als die Männer haben wir ja immerhin die Wahl zwischen klassischen Hosen/Jeans, weiten (Leinen-)Hosen und diversen Maxi-Looks (so wie Deinem tollen Outfit hier). Ich wünsche mir, dass es mehr lange Kleider und Röcke gäbe, die elegant aussehen, ohne so eng zu sein, dass man darin humpeln muss (das geht – ich besitze ein paar wenige).

    Wenn ich von „altersgerechtem“ Styling höre, schüttelt es mich auch immer. Für mich ist das vor allem eine weitere Form des Gruppendrucks. Wirklich geschmackvolle Sachen sehen nach meiner Meinung nach an Frauen fast jeden Alters gut aus (deswegen werden Kleidungsstücke, die anfangs vor allem von jungen Frauen getragen wurden, ja auch später oft zu „Klassikern“).

    Mir fallen immer wieder gut (und durchaus zeitgemäß!) gekleidete Teenager auf, deren Outfits auch an einer 50-Jährigen prima aussehen würde. Genauso kenne ich Frauen, die über Jahrzehnte ihrem individuellen Stil treu geblieben sind, ohne dass das je „deplatziert“ gewirkt hätte.

    LG
    Daisy

    • Hi Daisy,

      sehr schön geschrieben. Und zusätzlich zu den von Dir aufgeführten Varianten fällt mir noch die „mittlere Länge“ ein. Also knielange Hosen oder Kleider oder – von mir aus – die „eine Hand breit überm Knie“.

      Es gibt so viele Möglichkeiten. Was ich ja richtig chic finde, sind die neuen Hosenröcke – z.B. so etwas oder Culottes wie sie das Mädel von Les Mads trägt.

      Lg, Annemarie

  6. Hallo Annemarie,
    das ist Dir aber außerordentlich gut gelungen. Dieses schöne Nude-Grau und der Knoten im Rock lassen das Outfit wie ein Jugendstil-Ensemble wirken. Alltagstauglich finde ich es zudem. Gut, nicht für jeden Anlass. Aber für einen Besonderen. Super schön finde ich auch den Hut.
    Hotpants hab ich mit dreißig getragen, mit schwarzen Strumpfhosen drunter und einer schwarzen Lederjacke – im Winter. Mir wär das bei den jetztigen Temperaturen viel zu warm. Dass die Stadt von Hotpants-Trägerinnen wimmelt, ist mir bis jetzt entgangen. Ich hab ja Shoppingsperre und meide dieses Terrain. Kann mir aber schon vorstellen, dass alle gleich aussehen. Tun sie das nicht immer? Ich freu mich richtig, wenn ich eine junge Frau im Kleid oder Rock sehe.
    Auf dem Festival, über das ich berichtet habe, waren weniger Hotpants und mehr Aladinhosen zu sehen. Ich war fast versucht mir auch eine zu kaufen.
    Heute trag ich keine Hotpants mehr, aber kurze Hosen. Ich lass mich altersbedingt davon nicht abbringen. Außerdem bilde ich mir ein, dass gebräunte Beine schlanker wirken🙂
    Lieben Gruß von Sabine

    • Hi Sabine,

      ich freue mich auch immer, wenn ich Leute sehe, deren Kleidung aus der Masse heraussticht.
      Leider sieht man das hier in der Stadt nur ziemlich selten. Und dabei wird doch immer behauptet, Düsseldorf sei eine Modestadt!

      Das mit der Shoppingsperre – im Sinne von „nicht in die Stadt gehen“ – würde bei mir nichts nützen (wobei sinnvoll wäre es schon), da ich mittlerweile ohnehin größtenteils online shoppe.

      Ja, ich glaube auch, dass gebräunte Beine schlanker aussehen als bleiche. Außerdem fallen kleine Makel weniger auf. Überhaupt – da sagst Du was: wo ist der Selbstbräuner? Ich muss nochmal nachlegen!😉

      Lg, Annemarie

  7. Ich bin auch absolut der Meinung Hotpants oder Miniröcke sollte man wirklich nur mit perfekte Beinen tragen. Obwohl ich dann manchmal denke, ob ich nicht intolerant bin. Hat nicht jeder ein recht bei heißen Temperaturen nackte Beine zu haben?
    Strumpfhosen unter Shorts finde ich unmöglich geht gar nicht.

    Ich finde schon, dass es modische Altersbegrenzungen gibt. Es geht gar nicht, dass eine 50 jährige in Jeansshorts mit Strumpfhosen rumläuft. Da macht man sich einfach nur lächerlich. Sorry, meine Meinung.

    Und du liebe Annemarie siehst atemberaubend toll aus. ich wäre nie auf diese Styling-Kombination gekommen, sehr inspirierend.
    LG Cla

    http://glamupyourlifestyle.blogspot.de/

    • Hi Cla,

      klar hat jeder das Recht mit nackten Beinen herumzulaufen. Aber dazu müsste es ja nicht zwingend eine Hotpants sein. Es gibt doch genug figurfreundlichere Alternativen wie z.B. Bermudashorts oder Sommerkleider…

      Ich kann diese modischen Altersbegrenzungen ehrlich gesagt nicht leiden. Wenn ich schon höre – „ab 30 / spätestens 40 müssen die Haare ab“ etc. dann frage ich mich immer, wer diese Regeln eigentlich aufgestellt haben will. Und was das soll. Ehrlich, wenn ich so etwas in Frauenzeitschriften lese, dann denke ich mir „die können mich mal!“

      Aber natürlich kann sich jeder selbst eigene Regeln setzen und entscheiden, was für ihn nicht mehr geht… ab einem gewissen Alter. Das ist etwas anderes, weil: eigene Entscheidung.

      Lg, Annemarie

  8. Wirklich? Auch die in unserem Alter? Ich habe heute wirklich viele Frauen in zweckdienlichen, zur Figur passenden Kleidern und Röcken gesehen.
    Hot Pants mit Strumpfhosen, Pumps und passendem Kurzjäckchen trug meine Cousine zu Beginn der 70er in die Disko.
    Ich habe mich mit ihr erst letztens darüber unterhalten, weil mir auffiel, dass so viele hübsche schlanke Mädels unter ihren Jeanshotpants Strumpfhosen mit HÖSCHENTEIL anhatten:-/ Das fand ich unschön. Und da hab ich sie gefragt, ob das früher auch so war. Nein, sagte sie sichtbare Wäscheteile wären (damals) ein absolutes NOGO gewesen.
    LG Sunny

    Dein Outfit gefällt mir sehr, sehr gut. Ich hatte heute einen langen, schwarzen Seidencrashrock (20 Jahre alt) und ein Seidenblüschen an. Mit den Sandalen hab ich mir glatt Blasen gelaufen:-/

    • Hi Sunny,

      hey, dann waren wir ja heute beide ganz ähnlich unterwegs🙂

      Ich krieg bei hochsommerlichen Temperaturen auch immer Blasen. Selbst von solchen Schuhen, die eigentlich „eingelaufen“ sind (die ich bei kühleren Temperaturen schon getragen habe und die zuvor keine Probleme machten). Ich habe ja die Theorie, dass meine Füße bei Wärme anschwellen (aber nicht sichtbar!). Und ich an solchen Tagen nachmittags eine Nr. größer bräuchte als vormittags.

      Was die Hotpants betrifft: Ich bin heute vormittag am Bahnhof vorbei und da liefen die fast alle so rum. Dort waren allerdings – zugegeben – zumeist jüngere Frauen unterwegs. Mir stach halt nur mal wieder der Einheitslook ins Auge.

      Lg, Annemarie

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