Burning down the house!

6 Kommentare

Also jetzt nicht wirklich. Gottseidank. Aber habt Ihr Euch nicht auch schon einmal gefragt, welche materiellen Dinge Ihr retten würdet, wenn Euer Haus oder Eure Wohnung abbrennen würde oder Ihr aus irgendeinem anderen Grund kurzfristig flüchten müsstet und nur das Allernötigste mitnehmen dürftet? Wenn wir einmal davon ausgehen, dass nur so viele Gegenstände mitgenommen werden können, wie Ihr alleine mit Euren Händen tragen könnt? Sagen wir mal: Kinder & Haustiere sind bereits in Sicherheit. Was würdet Ihr wählen?

burdthteaserDer Herrenmodeblog „Horstson“ berichtet aktuell über den Photografen Foster Huntington, der sich über diese – wie ich finde – sehr interessante Frage anhand eines Projektes namens „The Burning House“ Gedanken gemacht hat. Neben einem Blog hat der Künstler einen Bildband dazu veröffentlicht. In Form von arrangierten Kollagen sieht man dort die gewählten Kleidungsstücke und Gegenstände verschiedenster Menschen, welche diese unter dem Aspekt „welche materiellen Dinge sind mir wirklich wichtig?“ zusammengestellt haben.

Ich habe mich schon öfter gefragt, was ich in einer solchen Situation wohl retten würde. Vielleicht auch deshalb, weil so ein Unglück meine Familie (ich selbst war damals bereits ausgezogen) tatsächlich einmal getroffen hat. Es war zwar gottseidank nicht alles verloren und vernichtet (der Brand war im Stockwerk darunter ausgebrochen), aber doch wohl einiges.

In der Theorie finde ich die Frage jedenfalls sehr schwer zu beantworten. Es würde mir nicht leicht fallen, mich auf wenige Teile zu beschränken. Mit dabei wären sicherlich mein schwarzer „Zarinnenmantel„, mein grauer, langer Samtmantel müsste aber auch mit. Portemonnaie inklusive EC-Karte und Ausweis, Laptop, Handy, MP3-Player, Kamera, 4 Brillen (die brauch ich alle!), mindestens ein(!) Fotoalbum… man sollte vielleicht auch noch den fetten Ordner mit den ganzen Rentendokumenten etc. mitnehmen, oder?. An Schmuck besitze ich nicht viel wertvolles, rettungswert fände ich aber ein Armband aus den 1920er oder 1930er Jahren im ägyptischen Stil – nur Silber, aber keine Reproduktion! natürlich mein liebstes schwarzes Ausgehkleid von COS, das Blumenkleid von H&M und mein edles Businesskostüm von Burberry. Diese Sachen halte ich für unersetzbar und deshalb wären sie meine bewusste Wahl. Mein Unterbewußtsein setzt seine Prioritäten aber wohl etwas anders:

burdthkostkleidIch habe vor ein paar Monaten nämlich einmal geträumt, unser Wohnhaus sei eingestürzt – also nicht abgebrannt, sondern lag in Trümmern da (eher ein Bombeneinschlag als ein Brandschaden). Auf dem Grundstück, wo zuvor das Haus gestanden hatte, waren zwischen dem ganzen Geröll meine Sachen verstreut. Während zig fremde Leute diese durchwühlten und an sich rafften, was sie konnten, interessierte mich nur eines: meine Schallplatten!!! Heulend kämpfte ich mich durch Geröll und Menschen und sammelte Schallplatte für Schallplatte wieder ein. Als ich aufwachte, war ich von mir selbst überrascht. Ich wusste gar nicht, dass mir meine alten Schallplatten so wichtig sind. Tatsächlich besitze ich noch 2 Kisten voll mit Schallplatten, jedoch schon lange keinen funktionsfähigen Plattenspieler mehr. Eigentlich stauben sie also nur so vor sich hin. Schon komisch, oder?

Wie seht Ihr das, liebe Leser/innen und Mitbloggerinnen? Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, was Ihr im Notfall retten würdet? (wobei wir wie gesagt bei dieser hypothetischen Situation davon ausgehen, dass sich alles Lebendige bereits in Sicherheit befindet, denn dass dieses allerhöchste Priorität vor materiellen Gütern hat, versteht sich von selbst!).

» Der Blog „The Burning House“
» Der Artikel bei Horstson

Na denne, passende Musik zum Thema:
„Burning down the house“ in der Tom-Jones Version von 1999

6 Gedanken zu „Burning down the house!

  1. Habe deinen Eintrag am Samstag gelesen und irgendwie ging mir das gar nicht mehr aus dem Kopf.😉 Als kleiner Angsthase, der gelegentlich daran glaubt, dass man sich das, woran man sehr intensiv denkt, auch ins Leben zieht, möchte ich mir darüber natürlich nicht wirklich Gedanken machen. Aber eine Tasche, die die wichtigsten Dokumente enthält, werde ich doch mal zusammenpacken. Besser ist das und ich wollte es eh immer mal wieder machen.

    Was die Kleidung angeht, da würde ich wohl einmal in den Schrank greifen und alles raffen, was ich greifen kann und das aus dem Fenster werfen. *g* Dann die Schuhe! Ganz wichtig! Und natürlich die Sachen vom Junior. Wirklich betrauern an materiellen Dingen würde ich den Verlust der Bücher. Und daran hätte ich, so oberflächlich das klingt, auch wirklich zu knabbern. Aber natürlich gilt: Die Hauptsache ist, dass Mann, Kind und ich gesund sind.😉

    • Hi Anna,

      ach was, das mit dem „ins Leben ziehen“ kann überhaupt nicht sein. Wenn das so wäre, wäre ich schon längst Lottomillionärin!😉
      Aus dem Fenster werfen ist gefährlich, denn dort stehen sicher schon die Raffer – und Gaffer…obwohl wär ja ganz lustig, wenn die Deine Schuhe auf den Kopf kriegen würden.

      Lg, Annemarie

  2. Servus,
    ich bin überrascht… und beruhigt.
    An Kleider und Rentenordner hätte ich keinen Gedanken verschwendet. Aber an die Musik, die hier steht. Gar niemals nicht ohne die. Allerdings wäre ich mir mit meinem Mann da einig. Ich habe auch noch meine Schallplatten. Und an denen hänge ich auch mehr, als an CDs oder mp3 files. Womöglich, weil ich sie mir wirklich vom Mund abgespart habe. Einen Plattenspieler hab ich allerdings schon noch. Ein Tchnics Halbautomatik. Er feiert nächstes Jahr seinen 25. Geburtstag.
    LG Sunny

    • Hi Sunny,

      super, dass Deiner so lange hält. Mir ist der Plattenspieler beim letzten Umzug kaputtgegangen und ich habe seither noch keinen Ersatz beschafft. Ich dachte daran, mir vielleicht irgendwann, wenn die mal wieder etwas entsprechendes im Angebot haben, einen neuen bei Tschibo zu kaufen (die haben ja immer mal wieder solche Technikspecials). Idealerweise so einen, der auch digitalisieren kann. Aber derzeit hätte ich ohnehin keinen Platz für ihn, d.h. aber nicht, dass das auf Dauer so bleiben muss/wird. Will sagen, ein Umzug innerhalb von 2013 wäre durchaus vorstellbar.

      Lg, Annemarie

  3. Hallo Annemarie,
    ist noch gar nicht so lange her,da haben Herr U. und ich darüber geredet, was wäre wenn. Ich muss für die Antwort also nicht lange überlegen. Meine Handtasche würde ich natürlich mitnehmen. Da ist alles drin, was ich brauche, Geld, Brille, etc. Meine Kamera und meinen Laptop. Hauptsächlich weil dort meine Bilder archiviert sind. Das wär’s dann aber schon. Versicherungsunterlagen, Kleidung, Bücher, Schmuck, ist alles ersetzbar. Wahrscheinlich würde mir zunächst das eine oder andere fehlen. Aber daran würde ich mich gewöhnen. Wenn es ohne Gefahr möglich wäre, würde ich noch die Fotoalben der Kinder retten.
    Ich hab so einen Tick, ich will mich nicht an Materielles hängen. Mich dran freuen schon, aber wenn’s weg ist, keine Träne drüber vergießen. Die Erfahrung hat mich das gelehrt.
    Allerdings hab ich noch nie alles verloren, was bei einem Brand ja der Fall sein kann. Das würde mich sicher trotzdem aus der Bahn werfen.
    Hast Du mal drüber nachgedacht, was Dir Dein Traum sagen will. Ich mach das, wenn ich mich an einen so deutlich erinnern kann. Mit etwas Nachdenken, komm ich dann drauf, wo gerade meine „Baustelle“ ist.
    LIeben Gruss und schönes Wochenende!
    Sabine

    • Hi Sabine,

      danke für Deine Liste. ich finde es bewundernswert, wenn man sich vom Materiellen völlig frei machen kann. Bei mir ist das wohl nicht der Fall. Allerdings denke ich, im akuten Ernstfall würde ich über so etwas trotzdem nicht nachdenken – sondern erst hinterher den Verlust betrauern. Was mir der Traum sagen will? Ähm, dass ich einen neuen Plattenspieler brauche?😉 Nein, ich habe schon die eine oder andere Vermutung, das lässt sich hier auf dem Blog aber nicht so recht beschreiben. Wäre auch ohnehin nur Spekulation. Vielleicht bedeutet es auch einfach nur, dass mir Musik sehr wichtig ist.

      Lg, Annemarie

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