Gewohnheitstier

14 Kommentare

Budapester-Sammlung

Budapester: in der Mitte mein ältestes Paar, rechts außen die Neuerwerbung

Eigentlich hielt ich mich bisher stets für jemanden, der in modischer Hinsicht besonders experimentierfreudig, kreativ und aufgeschlossen ist. Aber kürzlich ging mir auf, dass das womöglich gar nicht der Fall ist. Jedenfalls nicht wirklich. Ich mag einige kuriose modische Vorlieben haben (zumindest aus Sicht einiger meiner Mitmenschen), aber an diesen halte ich dafür dann auch jahrelang fest.

Wenn ich so darüber nachdenke, sind das zum Beispiel:

  • Midi-röcke – und -kleider(!)
  • Röcke in A-Linie
  • Maxiröcke
  • Maximäntel(!)
  • weite Oberteile, gerne mit betontem Kragen oder Armen
  • Herrenhemden – gelegentlich auch mal mit Krawatte getragen
  • der „unsagbare“ Ausschnitt (dass ich davon wenig besitze, ist keine Absicht, sondern liegt an der geringen Verfügbarkeit)
  • (im Winter) Rollis, vor allem schwarze
  • (im Winter) Cordhosen
  • weite Herrenjackets (Damenblazer sind mir oft zu kurz)
  • High Waist-hosen und -röcke (im 80er-Stil)
  • karierte Röcke und Hosen
  • weite „Boyfriend“ oder „Marlene“-Hosen
  • „echte“ Schlaghosen (damit geht es mir allerdings wie mit dem „unsagbaren Ausschnitt“)
  • Budapester
  • Schnürstiefeletten
  • T-Straps oder Maryjanes (bzw. alles was Riemchen hat)
  • Creolen, überhaupt Ohrringe
  • Taschen mit langen Trageriemen
  • meine Frisur!😉

Einiges kaufe ich sogar nach: Wenn etwas zum Beispiel abgetragen ist, muss Ersatz her. Und damit meine ich: möglichst identischer Ersatz. Zum Beispiel habe ich dieser Tage ein paar Budapester bei Ebay ersteigert (ursprünglich wohl von Zara), weil die alten (flachen – ich besitze außerdem noch ein Paar mit Absätzen, im Bild links) einfach völlig hinüber sind. Genaugenommen sind sie nicht mehr wasserdicht – und das geht ja gar nicht. Budapester habe ich vor einigen Jahren zufällig entdeckt. In der Auslage eines Schuhgeschäftes für Herren standen sie: großzügig reduziert und in meiner Größe (39), wohl ein Restposten. Und ich dachte „das ist doch der perfekte Schuh zu Hosen“ (außerdem hatten sie diesen kleinen „Retrotouch“). Seither bleibe ich diesem Schuhtyp weitestgehend treu.

Vor ein oder zwei Jahren geschah dann dasselbe, was mir wohl momentan mit den „Midiröcken“ passiert: Die Mode holte mich ein! Plötzlich sah man überall Budapester – für Damen wohlgemerkt. Und ich war plötzlich „mitten im Trend“. Mittlerweile ist dieser (also der Trend) längst wieder passé und ich hinke damit jetzt wohl offiziell der Mode hinterher. Denn ich trage diese Schuhform nach wie vor sehr gerne. Unmodern? Was soll’s. Ist heutzutage nicht ohnehin „nach dem Trend = vor dem Trend„?. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen: Irgendwann wird diese Schuhform wieder modern sein. Nur habe ich keine Lust, darauf zu warten.

Übrigens lässt der Wetterbericht für die nächste Woche hoffen: Ab Dienstag sind bereits für die Morgenstunden Plusgrade gemeldet. Yippeiyeah! Dann kann ich in Kürze endlich den „Winter-Sommerwechsel“ angehen und mich für den nächsten paar Monate von den dicken Pullover und Cordhosen verabschieden, vielleicht schon nächstes Wochenende. Habt Ihr denn schon umsortiert? Außerdem überlege ich mir gerade ernsthaft, ob ich mich bei der Gelegenheit nicht vielleicht doch mal von ein paar der Sachen, die zu klein geworden sind, trennen soll. Denn ich fürchte, das mit der 38, das wird nichts mehr… Aber ich überlege noch – ob ich das dann auch wirklich durchziehe, wird sich zeigen…

Heute ein musikalischer Klassiker aus den frühen 1980ern:
„Come on Eileen“ von den Dexys Midnight Runners (1982)

14 Gedanken zu „Gewohnheitstier

  1. Pingback: Shoppingverhalten | Meine Kleider

  2. mir geht es mit schwarzen strickjacken so^^ ich kaufe so oft eine obwohl ich doch noch 5 stück oder so im kleiderschrank habe..ja und bei schuhe schaue ich auch oft nach den gleichen modellen- kaufe sie dann aber meist nich

  3. Wie Du kleidest Dich „merkwürdig“???“
    Merwürdig geschmackvoll“- oder was?

    Ich habe auch so ein paar Sachen – zum Beispiel liebe ich es Kleider mit ganz leichter A-linie über engen Hosen zu tragen – schon immer🙂

    … muss erst mal über das „merkwürdig“ hinwegkommen….. tststs😉

    LG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

    • Hi Chrissie, ich hab doch nur zitiert! Was weiss ich, wie andere „merkwürdig“ definieren. Vermutlich alles was nicht 100-%-tig dem Mainstream entspricht?😉 Lg, Annemarie

    • Wen auch immer Du da zitierst hast – sag ihm einen schönen Gruß und dass er einen modischen Knall hat *grins* – Du darfst mich gern zitieren ;D

      Hab einen schönen Abend🙂
      LG Chrissie

  4. Aaach, ich habe so gar keine Klassiker für mich, muss immer irgendwie „up to date“ sein, was in meinem Alter (bin ca. 10 Jahre älter) vielleicht schon lächerlich ist. Ich weiss ja, ich muss aufpassen, sagte mir neulich eine Freundin.
    LG

    • Lächerlich? Das kann ich mir nicht vorstellen. Überhaupt – man kann nicht jedem gefallen. Du magst Deiner Umwelt „zu modisch“ sein, ich kann mir dagegen ab und zu anhören, ich sei „zu altmodisch“ gekleidet. Wie man’s macht, ist es sowieso verkehrt (irgendwer hat immer was zu meckern).

      Lg, Annemarie

  5. Ich finde Budapester toll und ich bin auch der Meinung, dass sie immer noch (oder wieder??) im Trend sind.
    Wegwerfen würde ich auch keinen Schuhe oder Bekleidung. Eigentlich fnde ich Ebay eine gute Sache. Wenn man die Stücke ab einen bestimmten Startpreis ansetzt und niemand kauft sie, soll es halt nicht und du hast kein Verlustgeschäft gemacht.
    Anderseits, alles kommt in der Mode wieder. In 5 Jahren bist du vielleicht froh noch ein paar Budapester im Schrank zu haben, da sie mal wieder angesagt sind.
    Lieben Gruss, Cla

    Glamupyourlifestyle.blogspot.de

    • Hi Cla, aber muss man nicht in jedem Fall eine Ebay-Gebühr bezahlen? Auch wenn die Ware nicht verkauft wird, dann aber weniger (als wenn sie verkauft worden wäre)? Quasi eine Einstellgebühr abhängig vom Startwert? Ich dachte bisher, das sei so. Falsch? Lg, Annemarie

  6. Du machst es genau richtig. Ist doch blöd, irgend einem Trend hinterherzujagen. Ich freue mich scchon auf Sommerschuhe. Buderpester mag ich übrigens auch.
    LG Sabine

  7. Hi zusammen,

    danke für Eure lieben Kommentare.

    Also, ich krieg IRL schon gelegentlich zu hören, dass ich mich „altmodisch“ kleiden würde – oder „merkwürdig“, vor allem, wenn ich im Retro-Look (z.B. der 70er) unterwegs bin. Wobei ich mich frage, ob es in Zeiten der permanenten Moderevivals so etwas wie „altmodisch“ eigentlich überhaupt noch geben kann?

    Was meine – nennen wir sie mal „38er-Kollektion“ – betrifft,Ich dachte eigentlich nicht wirklich an’s Wegschmeißen. Die Teile, die mir zu klein sind, sind teilweise richtige Schätzchen, unersetzbar (weil gar nicht oder schwer zu kriegen), gerade deshalb fällt es mir ja so schwer, sie überhaupt abzugeben… Ich dachte eher, ich versuchs nochmal mit Ebay. Alle 38-er Stücke würden ich aber sowieso nicht hergeben. Spontan denke ich da z.B. an ein Burberry-Kostüm, welches ich niemals versteigern würde. Denn es würde mich einfach schwarz-ärgern, wenn ich dafür nur 20 Euro (oder so) kriegen würde. Schriebe ich jedoch eine Startgebühr von sagen wir mal 100 Euro, dann würde wohl kaum jemand darauf bieten… Es ist halt ein Glücksspiel mit diesen Auktionen.

    @Anna: Ich besitze ebenfalls viel zu wenig Stauraum. So ein Container wär natürlich eine Alternative😉

    Lg, Annemarie

  8. Vielleicht hast du einfach schon deinen Stil gefunden? Da bist du anderen meilenweit voraus.🙂

    Wegwerfen? Mach das nicht. Ich bereue es mittlerweile, dass ich meinen Klamottenfundus so reduziert habe. Das Blöde ist, dass ich in meinen neuen und wesentlich kleineren Kleiderschrank auch gar nicht mehr so viel unterbringen kann. *seufz* Ein begehbarer Kleiderschrank oder ein Ankleidezimmer und das Budget, das mal richtig nett… ähm… mit allem Nötigen auszustatten, das wär’s…😉

    Und für dich wären vielleicht diese Mietcontainer, in denen man seine Schätze einlagern kann, eine Option?:mrgreen:

    Was den Wetterbericht angeht: Der lässt wirklich hoffen. 10 Grad hatten wir hier und morgen soll’s auch so warm werden. Endlich!

    Schönen Restsonntag wünsche ich dir.🙂

  9. Die Budapester sind bei uns die Domäne des Gatten – er liebt sie über alles… Irgendwann hat man ja auch so seinen Stil gefunden, ich ergänze irgendwie nur noch. Ich hoffe auf den Frühling und habe schon etliches in den Winterschrank getan! LG von Rana

  10. Hallo Annemarie,
    stell Dir einfach vor, Du bist dem Trend immer voraus, manchmal nur eine Nasenlänge, machmal holt er Dich ein, ok. Aber alles in allem hast Du Deinen unverwechselbaren Stil gefunden und wer kann das schon von sich sagen.
    Außerdem ist die Auswahl an Kleidungstücken, wenn ich die aufgezählten mit Mustern und Farben malnehme unendlich!
    Das mit dem Wegwerfen würde ich mir überlegen, hast Du nicht eine Nähmaschine. Womöglich lässt sich das eine oder andere noch daraus machen. Ich hab einen ganzen Karton mit Kleidern die nur als eine Art „Ersatzteillager“ dienen. Frag mich aber nicht, wann ich dazu komm, mal was mit Ihnen zu machen🙂.
    Budapester, oder ähnliches, hab ich diese Saison viele gesehen. Zwei meiner Boots haben so ein Muster. Ich finde sie super, auch zu klassischen Röcken. Hab aber keine und auch keine Mary-Janes, die ich ebenfalls sehr liebe.
    Mir fällt auf, dass ich, was Muster betrifft in den 70ern hängen geblieben bin. Eine Mode, bei der heute viele mit den Augen rollen. Aber was solls, uns muss es ja gefallen.
    Ich hoffe so sehr, dass Du recht hast und ab es ab Mittwoch wärmer wird. Zumindest die Frühlingssachen sind in den Startlöcher, die Sommersachen aber noch weggepackt.
    Lieben Gruss von Sabine

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