Ran an den Mann!

5 Kommentare

Spezielle (Online-)shoppingservices für Männer

milian1Uns Frauen zum Shoppen – vor allem von Kleidung – zu verführen, ist bekanntlich keine große Kunst. Dazu muss man uns in der Regel nicht lange überreden. Eher geht es dem Marketing darum, zu beeinflussen, wo wir unsere Kleidung kaufen. Aber dass wir es tun, ist keine Frage.

Bei den Männern sieht die Sache dagegen schon etwas anders aus. Häufig sind sie „Modemuffel“. Tun sich schwer mit dem Thema Mode; das Einkaufen von Kleidung ist ihnen lästig oder sie haben einfach kein besonderes Interesse daran*.

Seit geraumer Zeit versucht man nun auch diese Zielgruppe zu erschließen, d.h. die Herren vermehrt zum Onlineshopping von Mode zu bewegen. Um ihnen dies schmackhaft(er) oder/und einfach(er) zu machen, schießen nun gleich mehrere Angebote wie Pilze aus dem Boden, welche sich vor allem an die männliche Klientel richten:

maleshoppingservice2Die neuen Services haben zumeist in irgendeiner Form mit Beratung zu tun. Eigentlich keine so schlechte Idee, in einer Zeit, in der die Verkäufer/innen in den Ladenlokalen IRL kaum noch die Möglichkeit haben, einen Kunden ausgiebig zu beraten (was bedauerlich ist – und zwar für beide Seiten – sowohl für den Kunden als auch für den Verkäufer).

Ein Beispiel: Meine Mum arbeitete vor über 20 Jahren in einem Lederwarengeschäft, welches heute noch existiert. Damals waren dort ca. 15 Verkäuferinnen beschäftigt. Heute sind es nur noch 2 bis maximal 3 Angestellte, die den Laden am Laufen halten (auf unverändert großer Ladenfläche wohlgemerkt). Es wird eben gespart, wo gespart werden kann, besonders gern an (Wo-)manpower. Die ausgiebige Beratung von Kunden fällt damit – einfach aus Zeitmangel – (meistens) flach. Vor ein paar Wochen erzählte mir ein Kollege, dass er in einem Kaufhaus Kleidung für sich selbst kaufen wollte, aber niemand von der Belegschaft Zeit hatte, ihn zu beraten, ihm Tipps zu geben oder seine Fragen zu beantworten.

maleshoppingservice1Internetangebote wie „Modomoto“ oder „Outfittery“ versuchen genau diese Lücke zu schließen, wenden sich mit ihrem Angebot also an Männer, die gerne in modischer Hinsicht beraten werden möchten. Durch Beantwortung eines Fragenkatalogs sowie E-Mailverkehr oder/und einem Telefonat mit einer Beraterin kann der Herr seine Wünsche äußern, woraufhin ihm die Dame diverse Kleidungsstücke aussucht, welche ihm anschließend per Postpaket zugesandt werden. Dessen Inhalt kann der Kunde dann zuhause sichten und die Kleidungsstücke, die nicht gefallen, selbstverständlich wieder zurückschicken.

milian2Für Kunden, die ihrem eigenen Stilempfinden misstrauen ist das sicherlich keine schlechte Sache. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob die virtuelle (oder telefonische) Kommunikation ein „Face-to-Face“-Gespräch wirklich ersetzen kann (immerhin sieht die Dame den Herrn ja nicht wirklich, also z. B. dessen wirklichen Körperbau, Hautton etc.). Außerdem wäre ich als Ehefrau/Freundin definitiv beleidigt, wenn mein Schatz sich von einer anderen Dame – als meiner Wenigkeit – modisch beraten lassen würde (wozu hat er denn mich? hey!😉). Als ich meinen Kollegen (genau, der mit dem mauen Shoppingerlebnis) fragte, ob er einen solchen Service gerne in Anspruch nehmen würde, antwortete er „klar, wenn die Beraterin gut aussieht, dann gerne!“ ja, so sind sie, die Männer…😉

maleshoppingservice3In einer Zeitschrift las ich neulich von einem weiteren neuen Konzept: IRL anprobieren, aber online shoppen. In den USA ist „Bonobos“ gerade mit dieser Geschäftsidee sehr erfolgreich. D.h. der Kunde kommt in das Ladenlokal, probiert die Kleidungsstücke an, nimmt die gekaufte Ware aber nicht direkt mit, sondern erhält diese anschließend per Post nachhause geliefert (oder ins Büro, whatever). In dem Artikel wurde nicht ausdrücklich auf eine männliche Zielgruppe – in Bezug auf das Konzept – hingewiesen, aber ich kann mir – aus meinem weiblichen Blickwinkel – einfach nicht vorstellen, dass das etwas wäre, was (auch) bei uns Frauen gut ankommen würde. Wenn ich shoppe, will ich die Ware direkt mitnehmen und nicht ein paar Tage später bei der Post Schlange stehen müssen, um diese abzuholen. Aber das ist wie gesagt nur meine persönliche Meinung. Die Herren sind diesbzgl. womöglich relaxter. Und für das Unternehmen selbst bietet diese Vorgehensweise gleich mehrere Vorteile: z. B. ist viel weniger Lagerraum erforderlich und (vermutlich) dürfte die Rücksendequote geringer ausfallen als bei Onlineshops ohne diesen „Anprobierservice“.

Etwas spielerischer geht eine neue App namens I-Wear die Angelegenheit an. Die App soll Farben erkennen und dem Anwender mitteilen, ob diese zueinander passen. Auch hier wendet man sich wiederum an eine männliche Zielgruppe, vor allem an Herren, die Probleme mit der Wahrnehmung von Farben haben (Farbenblindheit kommt unter Männern häufiger vor als bei Frauen). Zumindest schrieb der Anbieter über Xing etwas entsprechendes, auch wenn die App selbst optisch nicht wirklich den Eindruck macht, sondern eher wie eine Spielerei für junge Mädchen daherkommt. Wie auch immer: Nettes kleines Gimick, für den der’s braucht – und wenn’s hilft – why not?

Hier die Links zu den Angeboten:
» Modomoto
» Outfittery
» Bonobos (Online Shop)
» I-Wear App
» Und hier noch was Lustiges (sorry, liebe Männer)

* = Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel

Heute mal ein ganz alter Klassiker:
„Walk like a man“ von Frankie Valli And The Four Seasons (1963)

pb+1

5 Gedanken zu „Ran an den Mann!

  1. Die Beraterin meines Mannes bin ich. *g* Und ich begleite ihn immer beim Shoppen. Obwohl es nervig ist, weil er so groß und breitschultrig ist, dass er ewig suchen muss, um passende Sachen zu finden und wenn man dann noch eine bestimmte Vorstellung hat und nicht die erstbeste Hose nimmt,nur weil sie passt, ist das Shoppen mit ihm anstrengender, als wenn ich selbst was suche.😛

    Und was die hübschen Verkäuferinnen angeht, die in den Herrenabteilungen im Rudel rumlaufen, das ist nur für den Laden von Vorteil. Für den Stil des Mannes weniger. Denn mal ehrlich… welcher Mann gibt angesichts so einer hübschen „Superbarbie“ schon zu, dass er sich in Stilfragen unsicher ist, geschweige denn, eine körperliche Schwachstelle kaschieren möchte? Der lässt sich alles aufquatschen, im Unglücksfall sogar die teuren Sachen, denn man(n) möchte ja nicht geizig rüberkommen…:mrgreen:

    • Man(n) hat’s auch nicht leicht😉 Obwohl ich mich übrigens auch manchmal zusammenreißen muss, wenn mich (mal) eine Verkäuferin lang und breit beraten hat, im Anschluss dann doch nichts zu kaufen (falls mir nichts wirklich zugesagt hat). Und zwar einfach deshalb, weil die Gute sich doch soviel Mühe mit mir gegeben hat… da hab ich schon manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich nach einer solchen Beratung den Laden verlasse, ohne etwas zu kaufen.
      Lg, Annemarie

  2. Hi Ihr Lieben,

    ich musste schmunzeln beim Lesen Eurer Kommentare. Glaube übrigens auch nicht, dass es mit Eifersucht zu tun hat, wenn man diejenige sein möchte, die den eigenen Partner in modischer Hinsicht berät. Denn ich finde ebenfalls, dass der Mann in erster Linie seiner Partnerin gefallen sollte. Und wenn er sich selbst eben nicht für Mode interessiert oder gern beraten werden möchte, sollte er den „Job“ seiner Partnerin überlassen. Wie man an Euren Beispielen sieht, funktioniert das doch auch ganz gut.

    Was Single-Männer betrifft, findet sich in deren Umfeld doch bestimmt auch eine nette Kollegin, Kumpeline oder Schwester, die gerne mal zum Shoppen mitgeht. Ehrlich, als ich das erste Mal von diesen neuen Websites las, war mein erster Gedanke „haben die denn keine Frau, Freundin, Schwester oder Kollegin?“ – ok, die Mutti sollte es besser doch nicht sein, welche die Klamotten aussucht… Ich hatte da mal einen Kollegen, der trug mit Ü30 „Bärchen-Sweatshirts“ in Erdtönen (übrigens waren diese Pullis nicht ironisch gemeint, das war Jahre vor dem Auftreten der ersten Hippster…), na ratet mal, wer ihn eingekleidet hat!

    Lg, Annemarie

  3. Mein Mann hat sich doch letztens glatt inspierien lassen mal ein kleingemusteres, buntes Hemd unter den blauen Anzug zu probieren. Da darf man die Krawatte weglassen, ich glaube, das war mein „bestes“ Argument. Er wollte auch gleich in die Stadt fahren, mal danach gucken. Wir haben dann drei gefunden und ich meinte, nimm die mit. Wir probieren es daheim. Du behältst, was Du magst, den Rest bring ich zurück.
    3 Hemden 1 Shirt gekauft. Alle strahlend unter dem Anzug probiert und alle drei behalten….*grins*
    Morgen geht das geblümte!!!! mit uns unterm Anzug auf den 75. seines Onkels.

    ….. ich liebe meinen Mann.

    Lass Dir gut gehen
    Sunny

  4. Hallo Annemarie,
    das Farbenphänomen ist uns gut bekannt. Herr U. behauptet sogar ich trage Farben, die es gar nicht gibt. Ich rede z.B. von einem türkisgrünen Pulli, er schaut mich an mit Fragezeichen in den Augen. Als ich ihm den Pulli zeige, ist der für ihn eindeutig blau und nur blau.
    Im übrigen wäre er, hätte er nicht meine „fachkundige“ Beratung, genau der Kandidat, der so eine Online-Beratung in Anspruch nehmen würde. Gerade das Anprobieren im Laden ist nämlich, so Herr U., das eigentlich Lästige an der Sache.
    Genau das, was ich beim Online-Shoppen vermisse. Ich probier manchmal sogar etwas zweimal an, bevor ich es kaufe.
    Ich mag es übrigens gar nicht, wenn wir für ihn einkaufen und eine Verkäuferin (oder ein Verkäufer) mischt sich ein und will seine Meinung kund tun. Hat nichts mit Eifersucht zu tun, ich denke mir nur „sie kann doch nicht wissen, was mir gefällt“ und darauf kommt’s doch an. Oder?
    Ach und dann kannte ich da mal einen Mann, dessen Mutter hat ihm jedes Wochenende 5 Outfits komplett gepackt: die passenden Socken in die Jackettaschen, die passende Krawatte übers Hemd, Hemd und Anzug auf einen Bügel. Pech nur, dass die Dame keinen Geschmack hatte und er damit aussah wie „Mama’s Liebling“.
    Lieben Gruß
    Sabine

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