Whodunit

18 Kommentare

Vorbereitungen für das Krimispiel („Female to Male Makeup“)

MalemakeupSonntag abend fand die „Krimiparty“ statt, von der ich Euch kürzlich erzählt habe. Im Gegensatz zu solchen Krimidinnern, für die ausgebildete Schauspieler engagiert werden, handelt es sich bei dieser Variante um eine Art „Improtheater“, bei dem jedem Gast eine Rolle zugewiesen wird.

So ein „Whodunit“ (= „wer ist der Mörder?“)-Krimispiel kann man im Internet, z. B. unter Krimitotal.de bestellen. Der Gastgeber erhält eine Kassette, in der sich die Beschreibung des Szenarios, Rollenbeschreibungen und Anweisungen für alle Teilnehmer in geschlossenen Umschlägen befinden. Diese werden ungeöffnet an die Gäste verteilt, wodurch niemandem bekannt ist, wer der Mörder ist, außer demjenigen selbst. Das Spiel läuft über mehrere Fragerunden, in denen immer wieder neue Aspekte (durch weitere bislang verschlossene Umschläge) auf den Tisch kommen. Jeder ist versucht, den Mörder zu identifizieren bzw. sich selbst – denn verdächtig sind sie alle – von jedem Verdacht zu befreien. Wobei die Spielregeln besagen, dass man auf Fragen wahrheitsgemäß antworten muss, mit Ausnahme des Mörders – der ungehemmt lügen darf.

Als ich den Umschlag mit meiner Rollenbeschreibung letzte Woche öffnete, war ich einerseits erfreut, festzustellen, dass ich der Mörder sein werde (durfte ich bisher doch noch nie den Mörder spielen), aber auch ein wenig verunsichert. Ob ich wohl glaubhaft genug lügen bzw. mich herauswinden kann? Eigentlich halte ich mich nicht unbedingt für eine gute Schauspielerin. Denn Ziel des Spiels ist natürlich bis Spielende nicht enttarnt zu werden.

Da alle Gäste traditionell ihren Rollen entsprechend verkleidet erscheinen, war Sonntag nachmittag erstmal Schminken angesagt. Weil ich mal wieder Lust auf ein richtig aufwendiges Makeup hatte (zumal Karneval 2013 bei mir praktisch flachfiel) und ich beim Krimispiel bisher immer Frauen dargestellt hatte, bewarb ich mich um eine männliche Rolle.

Makeup Female to Male Teil 1Im Web findet man ein paar „Dragking-Makeup“-Videotutorials, aus denen man sich den einen oder anderen Trick abschauen kann. Zum Beispiel habe ich erstmalig mit Mastixkleber experimentiert. Ein altes, billiges Haarteil wurde in winzige Schnippsel geschnitten (keine Ahnung, ob man solche Häärchen auch fertig kaufen kann). Mithilfe des Klebers – der eigentlich zum Anbringen von Latexnasen etc. gedacht ist – gestaltete ich „Koteletten“ und den Bart.

Female to Male Makeup Teil 2Ich entschied mich für diese Variante, da fertige Bärte zum Aufkleben unnatürlich wirken, außerdem lösen sie sich erfahrungsgemäß zu leicht. Während des Anbringens der Häärchen in meinem Gesicht vergaß ich allerdings etwas Wichtiges: Nämlich dass man dabei lächeln soll. Was zur Folge hatte, dass es jedesmal fürchterlich spannte und ziepte, wenn ich im Laufe des folgenden Abends lachen musste (was während der Party ziemlich oft der Fall war).

Female to Male Makeup Teil 3Abschließend kam meine bereits erwähnte „Bobartige“ Perücke zum Einsatz. Im Gegensatz zur „frechen Kurzhaarfrise“ konnte ich darunter mein eigenes Haar einigermaßen gut verpacken. Ebenso wie der Kleber und der dazugehörige Entferner (ohne den gehts nicht wieder ab – wer es selbst mal versuchen möchte: unbedingt mitbestellen!) stammt die als „moderne Langhaarfrisur für Männer“ deklarierte Perücke natürlich von Ebay.

perueckeohnebartUnd leider musste meine Brille ebenfalls mit, weil ich ohne nicht viel sehen kann. Auch wenn das blöde Teil (wie immer) die Gesamtwirkung etwas ruiniert – ich komme mit Kontaktlinsen einfach nicht zurecht. Mein Outfit bestand aus einem Herrenjacket von H&M, einem hellblauen Herrenhemd von Zara (drunter kamen dicke Schulterpolster, die allerdings ständig verrutschten – sowie eine Art Korsett zum Wegquetschen von „ihr wisst schon“) sowie eine Hose im klassischen „Herrenschnitt“ von Mango.

Der Abend war übrigens superwitzig. Es sind auch Fotos gemacht worden, aber ich weiß nicht, ob ich die hier veröffentlichen darf/sollte. Mal schauen, was die anderen sagen…

Ich bin übrigens nicht enttarnt worden!!! Könnt Ihr Euch das vorstellen? Niemand hatte mich in Verdacht! (was ich allerdings überhaupt nicht erwartet hatte). Bisher wusste ich gar nicht, dass ich überzeugend lügen kann – dachte immer, man sieht mir das „an der Nasenspitze“ an. Die Krux ist nämlich: In der Mörderrolle darf man zwar als einziger Mispieler lügen, sollte sich aber auf keinen Fall in Widersprüche verstricken. Außerdem könnte man hier und da auch von anderen beobachtet worden sein – was man vorher nicht weiß – und schon fliegt man auf. Obwohl ich kein wirkliches Alibi für die Tatzeit hatte, kam ich damit durch – und letztendlich wurde von der Gruppe eine andere Mitspielerin als Mörderin verdächtigt 😉

Auf dem unteren Bild seht Ihr mich übrigens beim Anprobieren der Perücke vorige Woche. Im Gegensatz zur „Kurzhaarfriese“ finde ich diese Länge – selbst ohne „Herrenmakeup“ – an mir ganz ok.

18 Gedanken zu „Whodunit

  1. Bei so etwas würde ich auch gerne mal mitmachen. Du siehst absolut klasse aus. Schön, dass durch das #modejahr2016 dieser Beitrag nochmal ans Licht kommt.

  2. Wie hammergeil ist denn, bitte schön, diese Verwandlung?
    Toll und gelungen und überzeugend und maskulin und sehr, sehr anziehend.
    Bussi bussi du verdammt hübscher Kerl!

    • Hi Edna,

      freut mich sehr, dass es Dir gefällt. Das Verkleiden und Schminken hat mir damals auch viel Spaß gemacht!

      Lg, Annemarie

  3. Pingback: Schadensbegrenzung II | Meine Kleider

  4. In der Tat steht Dir dieser Bob ganz gut – das hat was! Die Verkleidung in Summe ist ja mal hammergut geworden! Und Kompliment für das Bart basteln!!

  5. HAMMER – ich weiß gar nicht was ich schreiben soll – Du siehst unfassbar cool aus! Und der Vergleich mit Johnny Depp passt echt prima! Silvester war so eine Aktion auch mal bei uns angedacht – durch diverse Krankheitsfälle wichtiger Rollen fiel das dann aber aus.

    Ich war aber schon mal bei einem Krimidinner auch Schloss Moyland – da haben sie auch Edgar Wallace gedreht und entsprechend gruselig war die Stimmung – das hat einen riesen Spaß gemacht.

    Ich bin von Deiner Verwandlung auf jeden Fall schwer begeistert .. wenn Du nicht ein Mädel wärst,,,,,, 🙂

    LG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

  6. Ich bin ganz hin und weg! Wer Dich nicht kennt, würde Dich für einen Mann halten, sogar Dein Gesichtsausdruck ist absolut männlich. Hast Du eine Veränderung in deinem Verhalten, Deiner Attitüde bemerkt? Wie breitbeiniges Gehen, Sitzen mit gespreizten Knien, etc.. Die Brille, finde ich, verstärkt den Eindruck sogar noch.
    Die Bobfrisur ginge wirklich bei Dir, aber nur zur Not. Nicht zu vergleichen mit Deiner Prachtmähne.
    Lieben Gruß von Sabine

    • Hi Sabine, schön dass Du wieder da bist! Neeee, das klingt jetzt so, als vermutest Du, das sei unbewusst – also die Veränderung in Körperhaltung und Gesichtsausdruck. Nein, das ist schon absichtlich so gepost. Man lernt ja durch Beobachtung, wie sich Männer bewegen, wie sie sitzen etc. Ich schaffe das auch nur für Fotos (also einen Moment lang) und wohlüberlegt, einen ganzen Abend lang – also permanent – halte ich das nicht durch. Nach wenigen Minuten schlage ich doch wieder die Beine übereinander und außerdem lächle ich viel zu viel – Männer lächeln übrigens statistisch gesehen viel weniger als wir Frauen, habe ich kürzlich irgendwo gelesen. Ist Dir das schonmal aufgefallen?

      Lg, Annemarie

  7. Morgen, na dann weißt Du definitiv, dass Dir diese Haarlänge auch steht. Hört sich super spannend an, da hätte ich auch mal Spaß dran. Kanntet Ihr Euch alle? meine Söhne haben so ein Spiel, wo auch rausgefunden werden muss, wer der Mörder ist. So, heute muss ich so fit werden, dass ich morgen zur Arbeit und nicht zum Arzt darf. LG

  8. Hi zusammen,

    vielen Dank für Eure netten Kommentare zu meinem Schminkexperiment.

    @Anna: Nö, so richtig kurze Haare stehen mir nicht, da hat mir Halle (z.B.) was voraus. Sieht man ja an der „frechen Friese“. Aber so halblang, „bobmäßig“, das geht. Falls ich irgendwann mal kürzen muss, wäre das die akzeptable Alternative. Übrigens finde ich die Halle mit etwas längerem Haar ebenfalls hübscher.

    @E: Was das Modeldasein betrifft: I could never walk in your shoes! Wortwörtlich. Ehrlich, mit solchen Highheels wie Deinen würde ich keine 3 Meter kommen, ohne mich langzulegen. Ich finde, die Rollen gestern abend waren schon ganz richtig verteilt! 🙂

    @Rana: Das mit den Häärchen aufkleben kannte ich zuvor auch noch nicht. Was man dank Youtube so alles lernt… Das Anbringen war übrigens recht einfach. Wenn das Entfernerzeugs nur nicht solche Dämpfe erzeugen würde…das ist ungefähr so, als schütte man sich ne halbe Flasche Nagellackentferner (und ich meine jetzt nicht den milden, azetonfreien! – eher sowas wie Terpentin) direkt unter die Nase.

    @Sabine: Ja, das war wirklich ein toller Abend. Ich liebe es ja mich zu verkleiden. Und Improtheater liegt mir auch (bin zwar weitestgehend talentfrei – hatte mal Schauspielunterricht, von daher weiß ich dass das Schauspielerin nicht zu meinen Stärken gehört – aber das ist egal). Das Spaßige an solchen Krimiabenden ist, was die Leute sich so alles einfallen lassen und aus ihren Rollen herausholen.

    @Seraphine: Und damit habe ich heute den zweiten Heiratsantrag meines Lebens eingestrichen, yeah! (zumindest den zweiten, an den mich erinnern kann, irgendwelche längst vergessenen Herren mögen mir verzeihen…). Aber nee, ich muss Dich leider enttäuschen, täglich Häärchen ins Gesicht kleben zu müssen, um Dir zu gefallen, das wär mir nun doch zu stressig 😉 By the way – ist der Johnny nicht gerade Single? Die Amber, die wollte ihn doch nicht (so richtig)…oder?

    Lg, Annemarie

  9. Mein erster Gedanke: Johnny Depp. Hast du echt klasse hinbekommen die Verwandlung.
    Das muss ein „Mordsspaß“ gewesen sein. Die Perrücke steht dir wirklich, aber deine echten langen Haare gefallen mir besser.
    LG Sabine

  10. Eine beeindruckende Verwandlung – Johnny Depp fiel mir auch ein! Echt klasse! Witzige Idee mit den Perückenschnipseln, das muss ich mir merken! LG von Rana

  11. Hi *** der Mörder, doch doch, Du warst ein sehr überzeugender Lügner, ich hatte Dich keine Sekunde in Verdacht!! Aber wer hält auch schon seinen *** für einen Mörder, selbst wenn ich Dich noch so wenig heiraten wollte, DAS hätte ich nicht von Dir gedacht …
    Nach Duchstöbern Deiner page bin ich allerdings überzeugt, dass Du auch das bessere Model abgegeben hättest 😉
    Liebe Grüße,
    Deine E.

  12. *g* Sorry, ich muss es sagen. Aber… wenn ich nicht gewusst hätte, dass hinter der „Maskerade“ eine Frau steckt, hätte ich dir glatt hinterher geschaut! Im ersten Feedreader-Augenblick hatte das was von Johnny Depp. 😛 Unfassbar, was Make-up und Verkleidung bewirken können!

    Nebenbei bemerkt steht dir die Perücke tatsächlich – was nicht heißt, dass du deine langen Haare absäbeln sollst. 🙂 Wie Halle Berry. Die kann auch lang und kurz tragen, wobei ich gerade nochmal Fotos gewälzt habe und doch eingestehen muss, dass sie mit den langen Haare noch einen Tick besser aussieht. 😉

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