Nicht viel Neues in 2013?

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Ausblick auf die Frühjahrsmode

Frühlingstrends, Illustration: meinekleider.wordpress.com

Illustration: © meinekleider.wordpress.com

In den Läden und Onlineshops weichen langsam aber sicher die letzten Wintersachen aus dem Sale den neuen Frühlingskollektionen. Ergo: Zeit für Entdeckungen, Inspirationen und neue Ideen.

Jedoch – selten war ich weniger beeindruckt von der neuen Mode als in diesem Frühling. Kaum sieht man wirklich neues, originelles – stattdessen scheint es so, als würden schlicht die Trends des Vorjahres und der letzten Wintersaison aufgewärmt bzw. fortgeführt. Und ich spreche keineswegs ausschließlich von solchen Produzenten, welche ohnehin dazu neigen, die allgemeine Etablierung von neuen Trends erst einmal abzuwarten, bis sie diese selbst aufgreifen (und deshalb standardmäßig immer etwas „hinterher“ sind). Sondern auch von solchen Unternehmen, die gewöhnlich innovativer und schnell dabei sind, die Neuheiten von den internationalen Laufsteigen in ihr eigenes Angebot zu integrieren.

Frühlingstrends 2013, Illustration: meinekleider.wordpress.com

Illustration: © meinekleider.wordpress.com

Wie Sunny ganz richtig beobachtete, sind fast überall Bikerjacken ein großes Thema. Gerne in Pastellfarben. Allerdings hat auch Sabine recht, wenn sie meint, dass das nichts wirklich Neues ist. Tatsächlich waren pastellfarbene Bikerjacken bereits im Sommer 2012 schwerstens angesagt. Dasselbe gilt für natogrüne Parkas, die man uns jetzt schon wieder als etwas „völlig Neues“ anpreisen möchte. Der Trend zu etwas längeren (Bleistift-)röcken kommt meinem eigenen Geschmack zwar sehr entgegen (waren diese doch lang Zeit schwer zu finden), jedoch habe ich bereits im Vorjahr zwei Röcke in dieser Länge bei Asos erstanden. Weiterhin stehen nach wie vor Muster hoch im Kurs und setzen damit den Trend des letzten Winters fort. Sogar plakative Blumenmuster werden uns weiterhin begleiten.

Einigermaßen originell scheint mir jedoch eine Tendenz zu grafischen (vor allem) Schwarz-weiß Mustern zu sein, wie sie z. B. bei Louis Vuitton präsentiert wurden. Diese sind aber – aufgrund der starken Kontraste – vermutlich nicht jedermanns Sache (man sollte schon der Typ dafür sein – das wäre vielleicht etwas für Sabine?). Wobei schwarz-weiße Streifenhosen ebenfalls bereits 2012 verkauft wurden, so ganz neu ist diese Idee also wiederum auch nicht…

Was etwas „abflauen“ könnte sind Tiermuster. Man sieht sie zwar noch hier und da, allerdings tendenziell weniger als in den letzten Monaten. Dasselbe gilt für Spitze und mädchenhafte Blusen, romantische Röcke und Kleider im „Ibiza-Style“. Wer nicht auf Muster steht, der kann sich an einen puristischen Alloverlook in in einer einzigen Farbe versuchen, z.B. königsblau oder einem leuchtenden Gelb, was ich ziemlich chic finde (gesehen z. B. bei Gucci). Apropos Gelb – so ein sattes Sonnengelb – könnte die Farbe werden, die im Frühling 2013 den Ton angibt. Steht übrigens auch nicht jedem.

Zurück aus den 90ern begrüßen wir Lackleder. Ähnlich wie das grafische Kontrastprogramm sind diese Stoffe jedoch mit Fingerspitzengefühl zu kombinieren. Und mit einer pastellfarbenen Baseballjacke a lá Ryan Gosling in „Drive“ ist man im kommenden Frühling angeblich modisch ganz vorne mit dabei.

Bis auf wenige Ausnahmen also nichts wirklich Spektakuläres im Frühling 2013. Kehrt möglicherweise eine gewisse Beständigkeit in die Mode zurück oder bin ich einfach ein wenig übersättigt? Man verstehe mich nicht falsch – Mode bringt heutzutage kaum noch wirkliche Neuheiten hervor, sondern präsentiert ein Revival nach dem anderen. Auf Frauen wie mich, die schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben, hat dies gewöhnlich eine Art von „Wiedersehen-macht-Freude“ (oder auch nicht, kommt drauf an…) Effekt. Ich mag das. Allerdings braucht dieses Wiedersehen – zumindest bei mir – in der Regel etwas zeitlichen Abstand.

Wenn Ihr jetzt etwa denken solltet „Prima! Sie hat ja alles schon im vorigen Jahr gekauft, da kann sie ihr Geld jetzt endlich einmal für etwas sinnvolles sparen„, dann hättet ihr damit absolut recht. Und das sollte ich auch. Aber natürlich befinden sich nichtsdestrotz bereits ein paar Teile auf meiner „virtuellen“ Wunschliste. Z. B. hätte ich gerne noch ein oder zwei weitere Bleistiftröcke in Midilänge. Solange diese modern und damit zu haben sind – sollte ich zuschlagen, finde ich. Denn nächstes Jahr siehts damit vielleicht schon wieder ganz anders aus.

Und weil ja bald „Valentinstag“ ist, kommt hier etwas Romantisches für Euch
„Just like heaven“ von The Cure (1987)

P.S.: Falls Ihr Euch fragen solltet, warum meine „Models“ so dürr sind: Das ist jetzt nicht „mein persönliches Schönheitsideal“ oder so. Ich verwende derzeit Figurinen als Vorlage (und die sind halt schon ziemlich dürr). Das Zeichnen mit Figurinen macht es für mich als Wiedereinsteigerin (zumindest vorerst) etwas leichter.
pb

5 Gedanken zu „Nicht viel Neues in 2013?

  1. Ich habe ja generell das Gefühl, dass es kaum mehr wirklich was neues gibt. Ausser z.B. die Sneaker Wedges – wenn auch nicht jedermanns Sache – es ist tatsächlich irgendwie neu. Und abgesehen von dem generellen Wiederkehren der Mode finde ich dass sie sich anhäuft, nichts scheint mehr out oder verschwindet wieder! Du kriegst im Moment Leggings à la Peg Bundy, Pastellfarben oder auch Leder, genauso super skinny Jeans und flared oder Marlene Stil gleichzeitig, und dass in allen auf der Erde existenten Farben! Auch Karotte und Pump sind jedes Jahr dabei. Blümchenmuster und Biker gleichzeitig auf einem Ständer! Das wären früher noch getrennte Abteilungen gewesen! Man kann derzeit sozusagen aus den Vollen schöpfen! Kunterbunt, fast wie an Fasching.😉 Ich begrüße das, so ist immer was für mich dabei.

    PS: Ja, in mir steckt ein Brite!!! Ich liebe Tee, Regen und Gummistiefel und kucke auch gerne mal bei der königlichen Hochzeit zu. Und fahre Mini.😉

  2. Deine Zeichnungen gefallen mir besser als die immer wieder gleichen Katalogfotos.
    Zum Bummeln und Schauen bin ich in letzter Zeit noch gar nicht gekommen, solange der Winter uns so im Griff hat, hab ich auch keine Lust dazu – viel zuviel an- und auszuziehen beim Anprobieren. In den Zeitschriften hab ich diese bunten 60er Kleidchen gesehen. Sie gefallen mir sehr. Solche hatte ich als Kind, aus Trevira 2000. Das Material jetzt ist sicher tragefreundlicher. Außerdem hätte ich schon lange gerne einen Bleistiftrock, vielleicht finde ich endlich einen, am liebsten in schwarz.
    Ich mag mich ja selten nach der aktuellen Mode kleiden, aber Anregungen hole ich mir gerne, um sie dann für mich umzusetzen. Gerade bei den Großblumigen Kleidern und Röcken, werde ich sicher auf dem Flohmarkt oder im Second Hand einiges finden.
    Wenn nur endlich der Frühling….
    Lieben Gruß von Sabine

    • Hi Sabine,

      vielleicht liegt meine mangelnde Begeisterung auch daran, dass ich noch nicht wirklich in Stimmung für „Frühling“ bin.
      Trevira, war das nicht dieses Zeugs, das sich gerne mal „elektrisch aufgeladen“ und dabei so schön geknistert hat?😉 Überhaupt ist das ein großer Nachteil an Original 70s 2-nd-Hand-Kleidung: Das Material ist oft ein Schwitzgarant. Da sind Neuauflagen oft die bessere Wahl.

      Von mir aus dürfte der Winter jedenfalls auch gerne vorbei sein, aber ich fürchte, das wird noch nix.

      Lg, Annemarie

  3. Der Trend von Louis Vuitton gefällt mir auch ziemlich gut. Habe gestern in einem Magazin diese traumhaften Schachbrett-Kleidchen von Marc Jacobs gesehen und gedacht ‚Hach… wie schön‘ und dann schaue ich genauer hin und sehe, dass das aus Organza ist. Hmpf. Und ein zauberhaftes Sixties-Kleidchen von ‚Habichvergessen‘, das leider gerade mal über den Po geht. Wie gut das ausschaut, wenn man es alltagstauglich macht, ist die Frage. Aber schön anzuschauen ist es.😉

    Ich finde deine Zeichnungen klasse.😉 Aber ich muss das schreiben, weil die Lady, die du z.B. auf meiner My-Style-Seite siehst, auch überidealisiert und überzeichnet ist. Allerdings mag ich das bei Zeichnungen ganz gerne und wenn ich mal richtig gut zeichnen könnte, dann würde ich den Stift so führen wie Robyn Neild. .😉

    • Ja, die Schachbrettmusterkleider die haben was. Nur würden sie mir glaube ich nicht stehen. Ich besaß z. B. mal einen schwarz-weiß-gestreiften Blazer. In der Theorie fand ich ihn toll, aber dann habe ich mich (damals übrigens eher ungeplant) auf einem Foto damit gesehen und fands ganz furchtbar. Den Blazer habe ich später einer Freundin geschenkt, ihr steht er besser als mir. Jedenfalls habe ich festgestellt, dass solch starke Kontraste für mich leider nix sind. Lg, Annemarie

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