Die Looks aus „Django Unchained“

14 Kommentare

Modeikone mal anders

Christoph Waltz in Django Unchained, Illustration: meinekleider.wordpress.com

Illustration: © meinekleider.wordpress.com

Ein Gastbeitrag zum Thema Filmmode von stylesyoulove

Quentin Tarantino ist für seine ikonische Filmkunst und Motive bekannt. Seit Anfang des Jahres lockt er Unmengen an Zuschauern mit „Django Unchained“ in die Kinos. Die Eindrücke aus den Tarantino-Filmen sind bleibend: Niemand vergisst den gelben Jogginganzug der blonden Rächerin aus „Kill Bill“. Auch die edlen, aber unvorsichtigen Killer aus „Pulp Fiction“ sind modisch in schwarzen Anzügen mit schmalen Krawatten gekleidet – die Handschusswaffe und das japanische Schwert wirken im Tarantino-Kontext schon fast als Accessoire.

Auch im neusten Streifen des selbstverliebten Regisseurs, Autors und Produzenten gibt es herrlich komponierte Outfits zu bestaunen. Selbst die Nebendarsteller tragen detaillierte, zeitgetreue Kostüme, die eine ganz eigene Geschichte erzählen könnten. Doch besonders beeindruckend ist die Wandlung des Protagonisten Django.

Die Looks aus Django Unchained, Illustration: meinekleider.wordpress.com

Illustration: © meinekleider.wordpress.com

Der junge, vernarbte Sklave, der zu Beginn des Films gar keine eigene Kleidung, sondern nur Lumpen trägt, wird nach seiner Befreiung durch den Kopfgeldjäger Dr. Schultz in neue Gewänder gehüllt. Die Stilsicherheit lässt auf sich warten, denn das erste Outfit, das sich Django aussucht ist alles andere als zurückhaltend: Ein Barock anmutendes azurblaues Etwas mit weißen Kniestrümpfen und Rüschen lassen den Ex-Sklaven sofort auffallen. Dass man sich als Kopfgeldjäger allerdings etwas zurückhaltender kleiden sollte, lernt er bald von seinem Mentor Dr. Schultz. Ab sofort ist Django Waldgrün und Braun im Baumdickicht getarnt – seine Accessoires sind der Cowboyhut und der allzeit einsatzbereite Colt.

Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn nicht im knallenden Finale ein strahlendes, modisches Highlight auf uns warten würde. Im weinrot-glänzenden, aufwändig bestickten Brokat-Anzug seines Peinigers Monsieur Candy lässt Django die Bombe platzen. Komplettiert wird dieses modische Motiv durch eine kreisrunde Sonnenbrille, die Zigarettenspitze des Feindes, einen obligatorischen Cowboyhut und ein strahlendes Siegerlächeln. Und was könnte das Outfit besser in Szene setzen als eine massive, feuerrot strahlende Explosion?

Bei „Django Unchained“ perfektioniert Tarantino die ikonische Wirkung der Kostüme: Die Mode selbst wird zum Motiv und unterstreicht die Entwicklung der Charaktere –nichts ist wie es scheint und gleichzeitig bleiben die Bilder fest in unseren Köpfen verankert.

Dieser Gastbeitrag stammt von stylesyoulove.de.

Zum Trailer des Films
„Django Unchained“ von Quentin Tarantino

P.S.: Seit langer Zeit habe ich mich am Wochenende mal wieder am Zeichnen versucht (was will man sonst auch machen ohne Bildrechte?). Da ich etwas aus der Übung bin, bitte ich mir die unprofessionelle Qualität der Bilder nachzusehen. Mir fehlt einfach die Übung. Wenn ich dran bleibe – was ich mir zumindest vorgenommen habe – wird’s mit der Zeit (erfahrungsgemäß) wieder besser, versprochen 🙂

14 Gedanken zu „Die Looks aus „Django Unchained“

    • Hi Ines,

      wie gesagt, ich brauch dafür zu lange. Und erst wieder einen funktionierenden Scanner. Denn direkt in Photoshop malen, das kann ich nicht. Ich gehe da in etwa vor wie Du: Zeichnen mit schwarzem Filzer, einscannen und dann mit PS „ausmalen“.

      Lg, Annemarie

  1. Pingback: Rokoko | Meine Kleider

  2. Wow. Was du für einen Christoph Waltz hier „hingelegt“ hast – fantastisch! Das ist ohnehin ein toller Schauspieler, aber deine Waltz-Version finde ich sehr gelungen. 🙂

  3. SUPER GEZEICHNET!!!! Ich bin total und zutiefst beeindruckt – ganz besonders wegen der Gesichter! WOW WOW WOW!!!

    LG aus der edelfabrik
    Chrissie

    • Hi Chrissie, ich danke Dir! Freut mich, wenn es Euch gefällt. Das motiviert mich damit weiterzumachen. Lg, Annemarie

  4. Klasse Illustrationen. Ich bin vor allem beeindruckt von Christoph Waltz, der mal wieder eine super Figur gemacht hat. Du hast die Figuren sehr gut getroffen.
    LG Sabine

  5. Hallo Annemarie,
    stell Dein Licht mal nicht unter den Scheffel. Ich hab zwar nur den Trailer gesehen, aber ich finde, Du hast die Darsteller perfekt getroffen. Nicht nur die Kleidung auch die Gesichtszüge.
    Nach so einem Bowler werde ich Ausschau halten, vielleicht finde ich mal einen auf dem Flohmarkt. Ist alltagstauglicher als ein Zylinder (außerdem erinnert er mich an Pan Tau :-))
    Lieben Gruß von Sabine

    • Hi Sabine,

      danke Dir für das Lob, Gesichter zeichnen war allerdings noch nie mein Problem. Es scheitert eher am natürlichen Falten- und Schattenwurf des Mantels sowie Füßen und Händen (letzteres konnte ich noch nie gut). Falls ich in nächster Zeit ab und zu mal Zeichnungen von mir auf den Blog packe, wird Dir bestimmt schnell auffallen, dass meine Figuren eine gewisse Neigung dazu haben, ihre Hände z.B. hinter dem Rücken oder zumindest an den Seiten zu verstecken, das ist kein Zufall 😉

      Ja, so ein Bowler ist klasse. Ich trage meinen tatsächlich gelegentlich IRL – im Gegensatz zu meinem Zylinder, denn die Melone ist nicht ganz so wuchtig (und macht mich nicht gleich 30 cm größer) 🙂

      Lg, Annemarie

  6. Hast du gemerkt, dass Don Johnsson als „Big Daddy“so einen weißen Anzug trägt wie in Miami Vice? Ich bin beeindruckt von deinen Zeichenkünsten, ich bin da total die Niete…
    LG von Rana (meine Lieblingsszene ist die mit den Kapuzen, hi…)

    • Hi Rana, ja, die Szene ist auch super. Schon als die mitsamt Kapuzen angeritten kamen, fragte ich mich, wieviel die eigentlich durch diese Löcher sehen können. Und dann fangen die prompt an darüber zu diskutieren…absolut klasse. Lg, Annemarie

  7. Himmel! Ich hab gar nicht geschnallt, dass das am Ende der Anzug von Monsieur Candy ist! Danke dafür – ts ts ts… Ich musst so lachen über das blaue Kostüm 😀 Und dann der Kommentar der Candy Farm Sklavin, wieso er sowas freiwillig trägt? Herrlich!

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