Kindle – brauch ich das?

12 Kommentare

Kindle Bibliothek auf dem PC

Sicherlich habt Ihr schon von sogenannten E-Readern gehört, die seit ein paar Jahren – zum Beispiel bei Amazon unter dem Namen „Kindle“ – zum Verkauf angeboten werden. Vielleicht besitzt Ihr ja auch längst ein solches Lesegerät, auf das man Bücher (oder andere Printerzeugnisse) in digitaler Form downloaden und anschließend direkt lesen kann. Als „Late Adoptorin“ in Sachen Hardware habe ich erst kürzlich begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn die Notwendigkeit der Anschaffung eines E-Readers (den Kindle gibt’s zur Zeit ab ca. 80 Euro) habe ich bis dato bei mir noch nicht gesehen. Nun war ich allerdings ein paar Tage auf Reisen und entschloss mich, zumindest einmal die kostenlose Software für den PC auf mein kleines Notebook downzuloaden.

Kindle auf dem PC

Grundsätzlich ist das eine nette Sache. Weniger Papier – und damit weniger Geschleppe (und Stauraum) – ist natürlich das Eine. Reizvoll daneben das Angebot im Amazon-Shop über kostenlose oder zumindest (im Vergleich zum Papierwerk) häufig sehr preisgünstigen digitalen Versionen der literararischen Erzeugnisse. Man kann das gewünschte E-Book einfach und komfortabel downloaden und danach sofort mit dem Lesen loslegen, ohne auf den Postboten warten zu oder gar in der Post-Filiale ewig lange Schlange stehen zu müssen. Schön ist auch, dass man innerhalb eines Buches Lesezeichen setzen kann (um sich zu merken, wo man war), die Wörterbuchfunktion – man markiert einen Begriff und erhält dazu weitere Informationen – sowie die Möglichkeit, Schriftgrößen flexibel zu skalieren.

Kindle Wörterbuch

In der Praxis stellte sich allerdings heraus, dass mich das Herumschleppen sowie das langwierige Rauf- und Runterfahren meines 10-Zoll-Notebooks in der engen Bahn schnell nervte. Möglicherweise ist so ein kleiner, handlicher Reader doch etwas praktischer als die PC-Variante. Zudem finde ich es bedauerlich, dass z.B. English-Deutsch-Übersetzungswörterbücher mit der kostenlosen Version der Software nicht kompatibel sind. Ein Kindle-Gerät verspricht mehr Handlichkeit, eine wesentlich längere Akkuleistung (zumindest als mein Notebook!) und natürlich solche Zusatzfunktionen, auf die man bei der kostenlosen PC-Version (sicherlich nicht grundlos!) verzichtet hat.

Zwecks Bestückung der eigenen digitalen Kindle-Bibliothek (egal ob auf dem E-Reader oder einem anderen Device) ist man meines Wissens nach übrigens nach wie vor auf das Angebot von Amazon beschränkt; digitale Produkte anderer Anbieter können damit nicht gelesen werden. Was mich persönlich jedoch nicht großartig stört, da ich meinen Nachschub an Büchern ohnehin meistens über Amazon beziehe.

Allerdings habe ich in letzter Zeit in verschiedenen Quellen gelesen, dass E-Reader (als Gerät) wahrscheinlich über kurz oder lang komplett von Tablets (besitze selbst übrigens immer noch keines) vom Markt verdrängt werden. Deshalb bezweifle ich doch sehr, dass eine Investition zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch lohnt. Zudem verschicke ich (Papier-)Bücher nach dem Lesen in der Regel an meine Mum – die eine ebensolche Leseratte ist wie ich – was heißt: wenn überhaupt, dann bräuchten wir gleich zwei dieser Geräte. Deshalb glaube ich nicht, dass ein digitales Lesegerät Papierbücher für uns in naher Zukunft komplett ersetzen kann.

Was die Handlichkeit betrifft, habe ich allerdings möglicherweise eine Lösung gefunden: Ich habe mir die kostenlose Kindle-Software nun ebenfalls auf mein Samsung-Galaxy-Handy installiert. So habe ich in Zukunft ein wenig Beschäftigung, während ich mal wieder bei der Post in der Warteschlange stehe😉

Mehr zum Thema:

Musik aus dem Soundtrack der Serie Ally McBeal:
„Read your mind“ von Vonda Shephard (1999)

12 Gedanken zu „Kindle – brauch ich das?

  1. Ich habe grade nochmal mit meinem Mann gesprochen und kann zu meinen ersten Zeilen folgendes hinzufügen:
    So wie ich Deinen Background einschätze, zählst Du nicht zu den führungsbedürftigen korsettaffinen Apple-Jüngern, sodass Du mit einem Samsung und einem Kindle bestens zurecht kommen dürftest.
    Mit einem vollen Akku reichst Du wochenlang, auch wenn Du täglich mehere Stunden liest. Die Ladezeiten sind selbst mit geringer Zufuhr eher als kurz einzustufen.
    Kindle kann im Prinzip per Mail mit pdf dateien beschickt werden. Mit Programmen wie Kindle PC Converter 1.4.0 können sämtliche „Bücher“ auf dem Kindle in pdf gewandelt werden und ebenfalls via Mail auf den PC übertragen.
    Wer liest Bücher auf einem PC? Ich hasse es schon längere Mail damit zu lesen und drücke mir die lieber aus um Anmerkungen zu machen.
    Das geht übrigens mit dem „alten“ Kindle auch. Den ich grade benutze gibt es aber scheinbar nicht mehr.
    Wenn Du Deine Bücher nur zu Hause und nicht am Strand/Flughafen laden willst, tuts der http://www.amazon.de/gp/product/B007HCCOD0/ref=famstripe_ks Kindle aber leicht. Er hat nämlich keine eigene Internetverbindung sondern benötigt WLan. 80€ dafür finde ich mehr als fair.
    Sei lieb gegrüßt
    Sunny

  2. Hallo,
    Ich hatte auch eine Zeit in der ich mir einige Reader angesehen hatte. Aber beim Kindle mag ich nicht, dass man eben nur von amazon beziehen kann und dass man die Bücher dann nur auf dem Gerät hat und nicht am PC lesen kann oder so. Habe von einem Fall gehört von einer Dame aus USA die sehr viele Bücher auf ihrem Kindle hatte. Sie wollte über den Account eines Freundes (aus GB) etwas bestellen und ihr wurde das Konto gesperrt und alle Bücher waren weg. Amazon meinte dazu es ist nicht erlaubt etwas aus GB nach USA zu kaufen oder so. Sie konnte auf keines der von ihr bei amazon *gekauften* Bücher zugreifen. Über einen Bekannten der im Internet einen großen Blog hatte, kam dies an die Öffentlichkeit und amazon gab ihre Bücher und ihr Konto wieder frei. Auch wenn jetzt mein Amazon-Konto nicht gesperrt wird, gehören die Bücher nicht mir – ich kann sie nicht auf meinen PC laden oder auf einen anderen Reader (anderes Format) übertragen. DAS ist für mich ein Grund – falls ich mir doch noch einen Reader kaufen sollte – dass ich eher einen Sony oder ein anderes Gerät kaufe. Wobei derzeit lese ich doch lieber in Papierform.
    LG

    • Hi Aphroditas, oh mann, das hätte ich jetzt echt nicht erwartet, dass man seine „Bibliothek“ vom Kindle nicht auf den PC übertragen kann! Komischerweise habe ich die erworbenen E-Books nämlich (mit der kostenlosen PC-Version) problemlos auf meine beiden Laptops (ich habe einen großen mit 17 Zoll für zuhause + besagtes Notebook für unterwegs) und auch dem Samsung-Handy synchronisiert. D.h. nach dem Einloggen bei Amazon haben sich die Geräte (also die Kindle-Software vielmehr) die Bücher automatisch „gezogen“. Wenn genau das mit dem Kindle-Gerät nicht funktioniert, ist das allerdings doch ein ziemlicher Nachteil! (und spricht für die kostenlose PC-Version). Allerdings habe ich auch noch keine E-Books aus dem Ausland bestellt.
      Lg, Annemarie

  3. Mein Mann und ich haben beide einen.
    Vorteile
    1. man kann sogar am Strand in der prallen Sonne super lesen
    2. die Akkulaufzeiten sind super
    3. es gibt eine eigene kleine Beleuchtung
    4. man stapelt keine Krimi-Taschenbücher zu Hause, die man eh kein zweites Mal mehr liest.
    5. man kann das selbe Buch gleichzeitig lesen
    6. man kann eines auslesen und mit dem nächsten anfangen ohne einen 2. Schinken herum zu tragen.
    Super. Allerdings mag ich den mit den manuellen Schaltern lieber, als den mit Touch screnn, so schnell kann man nicht gucken, wie man damit umblättert.
    LG
    Sunny

    • Hi Sunny, danke für Deinen Erfahrungsbericht. Dann sollte ich mich vielleicht eher nach einem gebrauchten Gerät bei Ebay umschauen (wenn überhaupt, erstmal checke ich wie das mit dem Samsung funzt) – denn ich gehe mal davon aus, dass die mit den Schaltern ältere Modelle sind oder? Lg, Annemarie

  4. ich bin so ein altmodisches kind und liebe es ein echtes buch in der hand zu haben. ab und an habe ich jetzt aber mal bücher auf mein ipad geladen, auch wegen der schlepperei durch die welt draussen und beim reisen. hier kann man sowohl kindle bücher und auch bücher aus dem apple store laden. fand ich ganz gut und wunderte mich über die unterschiedlichen preise.
    ein kindle selbst soll aber noch einen besseren bildschirmkontrast zum lesen haben (vom hörensagen). ich denke für mich kommt aber erstmal keiner in frage, weil das pad reicht für die bißchen verreisen zwecke und ich liebe einfach das blätterrascheln eines echten buchs

    • Hi Ela, klar, wenn Du ein iPad hast, dann reicht das doch absolut. In Zukunft sollen die – wenn man den Berichten glauben kann – die E-Reader ohnehin ablösen. Das mit den unterschiedlichen Preisen hört sich interessant an, sind die Bücher denn bei Apple im allgemeinen teurer oder günstiger als bei Amazon? Ich selbst bin ja kein Apple-Kunde.
      Lg, Annemarie

    • bei apple waren jetzt zwei Bücher günstiger als bei amazon. da hab ich dann die bevorzugt. von der handhabung sind ja eh beide apps sehr ähnlich. und was ich auch schön finde sind die kostenlosen bücher. ( bei beiden ) da war schon das ein oder andere gute dabei.

  5. Hallo Annemarie,
    ich lese Bücher tatsächlich nur in Papierform. Da ich die meisten Bücher vor dem Einschlafen lese, kommt der Laptop dafür nicht in Frage (zu unbequem). Für den nächsten Urlaub hab ich mir einen E-Reader überlegt. In der Arbeit hab ich einen und die einstellbare Schriftgröße ist schon von Vorteil. Aber ob die Anschaffung sich nur für den Urlaub lohnt, ich weiß nicht. Vielleicht kann ich meinen Büroreader ja mit in den Urlaub nehmen. Mit Neuanschaffungen gerade im Elektronikbereich bin ich extrem zögerlich😉
    Lieben Gruß!
    Sabine

    • Hi Sabine, mit dem Lesen im Bett hast Du sowas von Recht! Ich mag meinen Läppi auch nicht mit ins Bett nehmen. Das ist sowas von ungemütlich! Wenn ich Du wäre und die Möglichkeit hätte, würde ich den Büroreader ausleihen – und kein Gerät kaufen. Man hört immer wieder, die E-Reader seien auf dem absteigenden Ast (wegen der Tablets). Wenn überhaupt, würde ich mir an Deiner Stelle das „Kindle Fire HD“ zulegen, das ist ein Tablet mit eingebautem Kindle. Kostet 199 Euro, was für ein Tablet doch recht günstig ist.
      Lg, Annemarie

  6. Meine Kollegin liest normalerweise die Bücher am liebsten im Original, ist aber von dem E-Reader total begeistert, weil sie die Schriftgröße skalieren kann. Außerdem ist das Teil gut beleuchtet, so dass die Augen nicht so schnell müde werden.
    LG Sabine

    • Hi Sabine,

      ja, das mit dem angenehmeren Kontrast für die Augen habe ich auch schon gehört. Kann’s allerdings nicht beurteilen, weil ich bisher noch keine Vergleichsmöglichkeit hatte (schaun wir mal, wie das mit dem Samsung funktioniert). Was mir allerdings am meisten fehlt, ist so ein Übersetzer-Wörterbuch. Da ich gerne Bücher im englischen Original lese, mein Englisch aber verbesserungswürdig ist, würde ein bedarfweises Nachschauen bestimmter Vokabeln (an Ort und Stelle) für mich sehr hilfreich sein.

      Lg, Annemarie

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s