Kunstleder

10 Kommentare

und diverse OdT’s…

Wie die Katze um den heißen Brei bin ich in den letzten Wochen um diesen knielangen Faltenrock aus schwarzem Kunstleder herumgeschlichen. Virtuell herumgeschlichen übrigens, denn das gute Stück fiel mir im Online-Shop von Asos ins Auge. Leider – oder im nachhinein gesehen glücklicherweise – war er zunächst nur in Größe 34/36 vorrätig – und das ist – wie Ihr wisst – meilenweit von der Größe entfernt, in die ich gerade passe. Warum glücklicherweise? Nun, in etwa zeitgleich mit einem 20 %-Rabatt (den der Shop immer mal wieder gewährt) war er plötzlich auch in größeren Größen zu haben – und somit schlug ich zu. Und erhielt ihn durch den Rabatt sogar günstiger. Manchmal zahlt sich ein wenig Geduld einfach aus.

Schwarzer Faltenlederrock

Schwarzer Faltenlederrock von Asos (Marke: River Island), Pulli 2nd-Hand, rote Ohrringe: H&M

Der Rock besteht aus leicht stretchigem Kunstleder, das mich in seiner Konsistenz etwas an „Gummireifen“ erinnert. Das klingt jetzt vielleicht negativ, aber ich mag das Material. Eines meiner absoluten Lieblingsteile, eine schwarze, enge Hose von H&M besteht aus demselben stretchigen Stoff. Ich als ältere Dame bin immer wieder positiv überrascht, wie gut sich die Qualität von Kunstleder in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. War künstliches Leder in den 80er Jahren noch auf einen Blick als solches zu erkennen – und je nach Wetter, entweder ein Schwitz- oder Friergarant – so sieht der Laie heutzutage auf den ersten Blick kaum einen Unterschied. Und das Zeugs fühlt sich auch noch relativ gut an. Ich trage gerne lederartige Stoffe, aber von mir aus braucht es definitiv kein echtes Leder zu sein, um mich darin wohlzufühlen. Das gilt mittlerweile auch für Schuhe – und Taschen sowieso.

Außerdem zeige ich Euch heute noch ein paar Outfit-Bilder, die sich in letzter Zeit in meinem Medienordner angesammelt haben.

"Friseurumhang" von Asos

„Friseurumhang“ von Asos, grauer Pullover: s.Oliver, Schwindelhose: Zara

Da wäre z. B. dieser graue, leicht transparente Schmuckkragen. Spontan gekauft – weil für originell befunden – und dann doch nie getragen. Weil: Was zum Teufel kombiniert man dazu? Kürzlich sah ich dann in einer Zeitschrift die unerwartete Kombination eines ähnlichen Kragens mit einem groben Strickpulli plus Midirock. Und da war sie endlich: Die fehlende Inspiration. Statt eines Rocks trug ich allerdings meine graue „Schwindelhose“ von Zara dazu. Warum Schwindelhose? Weil sie so lässig sitzt, dass ich mir jedesmal, wenn ich sie trage einbilde, abgenommen zu haben. Fälschlicherweise wohlgemerkt. Denn: Versuche ich mich im Folgenden vor lauter Übermut in eine engere Hose zu quetschen, stelle ich fest, dass das „schlanke Gefühl“ nichts weiter war als eine Täuschung, hervorgerufen durch besagte Schwindelhose.

Blazer: Asos, Karierter Rock: H&M, Longsleeve: Mango

Eine absolute Wohlfühlkombi für’s Büro ist dieses Outfit, bestehend aus einem schwarzen Boucleblazer (seeehr günstig bei Asos erworben), einem schwarz-weiß karierten Rock (von Oxfam) und einem wollweißen sweatshirtähnlichen Oberteil von Mango mit ausgesprochen voluminösen Armen. Den kleinen „Bruch“ den es braucht – um nicht komplett konservativ zu wirken – versuchte ich durch einen schwarzen Kordelgürtel mit goldener Fuchs- (oder ist es ein Wolf?) -kopfschließe zu erzeugen, der eigentlich zu einem 70s-Kleid gehört, welches ich vor längerer Zeit bei Ebay ersteigert habe.

Blazer: Lolita Lempicka, Hose: Asos

Blazer: Lolita Lempicka, Hose: Asos

Ebenfalls ein Ebay-Schnäppchen ist dieser karierte Blazer von Lolita Lempicka. Ich liebe den klassischen, figurbetonten Schnitt – auch wenn die Jacke meines Erachtens ruhig einen Tacken länger sein könnte (aber das geht mir bei meiner Körpergröße häufig so). Zwecks Verlängerung – und ja, auch wieder wegen des „Bruchs“ – trug ich darunter ein enges Jeanshemd. Dazu eine gemusterte weite Hose und als Dekoration eine auffällige große, schön-kitschige „Pferdebrosche“, welche ich schon seit vielen Jahren besitze – und deren Herkunft infolgedessen schon lange in Vergessenheit geraten ist.

Aus dem Soundtrack des (m.M.n. zu Unrecht vergessenen) Films „Project X“ von 1987:
… „Shock the monkey“ von Peter Gabriel…

10 Gedanken zu „Kunstleder

  1. Ich hatte „früher“ mal eine Kunstlederbluse. Die konnte ich nur offen tragen, sonst lief mir der Schweiß den Rücken runter ;-). Deine Outfit gefallen mir, weil sie immer so einen kleinen „Kick“ haben und der schwarze Kunstlederrock ist ja der Knüller.Ich geh jetzt mal nach ihm schauen!
    LG von Rana

  2. …grad mal kurz zum letzten Outfit: Ich finde grad die Pferdebrosche macht den Blazer zum absoluten Trendteil. Ich hatte schon öfters zu Sachen gegriffen, einfach weil ne Brosche oder ein sonstiges Accessoire es einfach zum Hingucker machte.

  3. Gegen Kunstleder gibt es ja auch nichts zu sagen. Es ist eben aus Kunstfaser mit Lederfinish. Grade echte (gefütterte) Lederhosen weiten sich bei Wärme unglaublich schnell (auf dem Motorrad ist das ja auch gewünscht). Sonst hängen sie aber gerne runter. Ist dem Material geschuldet. Wie das bei den aktuellen LederSTRETCHleggings geht weiß ich nicht. Vielleicht bekommen die auch Knie und Hängehintern.
    Schwitzen ist auch kein Argument. In einer gefütterten Lederhose schwitzt man auch…. das Futter voll. Und die lassen sich nicht wirklich toll waschen. 😉
    Ansonsten kann ich mich nur meiner vorschreiberin anschließen. Die Outfits gefallen mir alle sehr gut…. warum? Weil sie Dir hervorragend stehen. Einen guten Start n die Woche.
    Wie schauts mit der Erkältung aus? Alles überstanden?
    LG Sunny

    • Liebe Sunny,

      ich glaube, d.h. ich hoffe…dass die Erkältung weg ist. So richtig vermag ich das aber noch gar nicht zu sagen. Bis auf Kopfschmerzen fühl ich mich jedenfalls gerade relativ ok.

      Ob sich Kunstleder auch so weitet wie echtes Leder weiß ich gar nicht. Die letzte Kunstlederhose, die ich besaß, war irgendwann einfach nicht mehr schön, plötzlich waren darauf Flecken, die sich nicht abwaschen ließen. Da hab ich sie entsorgt. Aber das Material war auch etwas anders (als bei den neueren Stücken) – weniger gummiartig und weniger stretchig.

      Ich hatte früher übrigens auch mal eine echte braune Wildlederhose, die war recht angenehm zu tragen und sah ziemlich cool aus (fand ich) . Dann hab ich sie irgendwann einer Bekannten geliehen (die sie für einen – ich glaube – Motorradausflug brauchte) und das war’s dann mit der Hose (ich vergesse bei verliehenen Sachen gern schonmal sie zurück zu verlangen).
      Lass es Dir gut gehen und hab eine schöne Woche! Lg, Annemarie

  4. bin früher auch viel mit baggys rumgelaufen 🙂 Irgendwie hast du dich heute in den ganzen Beiträgen von mir verirrt ^^ aber egal 🙂

    Schön das du mal wieder bei mir zu besuch warst und danke fürs Kompliment,bin auch sehr zufrieden momentan mit meinen Haaren

    • Hi Vera, uuups, ich hab im falschen Beitrag kommentiert. Sorry! Ansonsten: immer gerne. Du schreibst so schön unterhaltsame und abwechslungsreiche Beiträge! Lg, Annemarie

  5. Hi Sabine,

    lieben Vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Bzgl. des Kragens – ich kann das mit dem „großmuttchenhaft“ absolut nachvollziehen. Ich nenne es in meinem Fall allerdings eher „tantig“ oder „matronig“. In manchen Kombinationen muss ich aufpassen, nicht so zu wirken (wer will schon „tantig“ oder „matronig“ rüberkommen?). Gerade bei meiner gelegentlichen Vorliebe für klassische oder/und elegante Kleidung kann das schnell passieren, wenn ich nicht mit kleinen „Brüchen“ gegensteuere.

    „Modefee“ hört sich sehr schön an, aber der Name ist doch bestimmt schon vergeben. Z.B. gibt es einen Onlineshop unter dem Namen. So ist das meistens mit den „guten Namen“ (und auch den Nicknames) im Web, die sind alle schon „besetzt“. Das ging mir mit meinem Blognamen übrigens auch so, der hieß nämlich zunächst „Alle meine Kleider“. Der Name war mehr oder weniger ein Schnellschuss, weil mir nichts besseres einfiel. Außerdem wollte ich ja meinen kompletten Kleiderschrank „dokumentieren“, da schien das zu passen. Und er schien „frei“ zu sein, jedenfalls bei WordPress. War er wohl doch nicht, denn wenige Wochen später erhielt ich dann eine ziemlich ruppige Nachricht von einer jungen Dame, die offenbar schon länger – und wohl relativ erfolgreich – einen Blog unter ebendiesem Namen betreibt – aber bei einem anderen Blogprovider. Ich glaube zwar nicht, dass ich im Ernstfall deswegen hätte verklagt werden können (es würde mich wundern, wenn sie den Namen offiziell als „Markennamen“ hat eintragen lassen) aber ich hatte trotzdem keine Lust auf irgendwelchen Ärger. Und es ging mir bei der Namenswahl ja auch nicht darum, ihr ihre Besucher „abzuwerben“ oder sonstwie vom Erfolg ihres Blogs zu profitieren (wenn das meine Motivation gewesen wäre, hätte ich meinen Blog nämlich gleich „Les Mads“ genannt ;-)) Also habe ich den Blog kurzerhand in „Meine Kleider“ umbenannt. Um des „lieben Friedens“ willen.

    Mittlerweile würde ich ihn aber schon längst wieder umbenannt haben – und zwar diesmal richtig – (es ist mir längst besseres eingefallen), aber ich fürchte, dass mich dann niemand mehr wiederfindet. Das fände ich schade. Und was ist mit meinen ganzen bisherigen Einträgen? Die stünden dann da herum auf so einem alten „Zombieblog“, der nicht mehr gepflegt wird…eine Übernahme des Datenbestandes sieht WordPress meines Wissens nach nicht vor. Ach, ich weiß nicht so recht… Von dem Namen „Modefee“ lasse ich allerdings lieber vorsichtshalber mal die Finger 🙂 Glg, Annemarie

  6. hey annemarie!
    das warten hat sich wirklch gelohnt, der rock hat einen super schnitt. ich kann mir anhand deiner beschreibung vorstellen, aus welchem material er ist. es kommt wirklch nicht darauf an, ob er echtleder ist oder nicht. er wirkt sexy und elegant zugleich. mir als „halber-vegetarier“ kommt es nicht darauf an, ob was echt oder kunstleder ist, die machart und die ausführung ist wichtig. meine lieblingsstiefel sind aus kunstleder, ich würde sie sofort wieder kaufen.
    der große spitzenkragen zum wollpulli sieht bei dir klasse aus, bei mir wirkt zarte spitze oft „großmuttchenhaft“ oder zu verspielt. da ich blond und rundlich bin, brauch ich eher kanten als bruch, was ich manchmal, besonders wenn ich diesen schönen kragen sehe, bedaure.
    ganz wunderbar gefällt mir den wohlfühlbürooutfit. ich bin auf der suche nach einem karorock, bis jetzt aber leider noch nicht fündig geworden, ich hätte gerne einen mit falten. mal sehen was der nächste besuch im sozialkaufhaus so bringt.
    super ist auch das taillierte jäckchen und dazu bundfaltenhose. ich hab die in den 80ern abgehackt, vielleicht zu unrecht. bei dir sieht sie auf jeden fall fantastisch aus.
    sehr schöne anregungen wieder, willst du dich nicht modefee nennen? du zauberst mit wenigen details großartige outfits. lieben gruß von sabine

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