Ich glaub, ich steh im Wald

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© wojciech nowak - Fotolia.com

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Neben all den Leoparden, Tiger- und Schlangenmustern schien die einheimische Tierwelt in der Mode der letzten 20 Jahre beinahe in Vergessenheit geraten zu sein. Waren unsere Waldtiere als Motive doch lange Zeit mit einem eher piefigem Image behaftet. Als Beispiel ist der Klassiker zu nennen, der „röhrende Hirsch“, quasi das Symbol für Spießigkeit schlechthin. Daneben assozierte man solche Motive auch mit der Jagd, einem Thema, mit dem die meisten von uns nichts zu tun haben möchten – oder zumindest nichts anfangen können.

Irgendwann wurden die Tiere des Waldes plötzlich als hippe Wohnungsdekoration wiederentdeckt. Diesmal waren es jedoch keine echten Tiere, sondern modernisierte Reproduktionen, für die kein Tier mehr sterben muss. Mittlerweile hat sich der Trend auch auf den Bereich Oberbekleidung ausgeweitet. Ebenso wie das pinkfarbene Hirschgeweih über dem Sofa keineswegs tierischen Ursprungs, sondern aus Kunststoff gefertigt ist, sind die Füchse, Wölfe, Igel und Hasen gestrickt, gestickt oder aus Kunstpelz. Als erwachsene Frau trägt man diese Kleidungsstücke am besten mit einem kleinen Augenzwinkern.

Pullover: Oxfam, Gürtel: Hallhuber, Plisseerock: Heubel

Pullover: Oxfam, Gürtel: Hallhuber, Plisseerock: Heubel

Habe ich einerseits Probleme damit, einen echten Fuchs zu tragen (ich habe tatsächlich einen geerbt), so finde ich die Pullover mit Fuchsschwanzapplikation, die ich kürzlich bei Etsy (das ist eine Art internationale Version von Dawanda) entdeckt habe, eigentlich ganz originell. Entschied mich jedoch vorläufig gegen einen Kauf, da ich ungern in den USA bestelle. Letzte Woche fand ich dann zufällig bei Oxfam ein ganz ähnliches Modell – selbstverständlich unvergleichbar günstig – dessen Ursprung ich in den 1980er Jahren vermute. Meine Schätzung basiert auf dem Vorhandensein von integrierten Schulterpolstern. Diese wollte ich zunächst entfernen, denn Schulterpolster gelten heutzutage (mal wieder) als verpönt, mich aber dann doch entschlossen, sie drinzulassen. Weil sie – aktuelle Mode hin oder her – meinen schmalen Oberkörper breiter wirken lassen und dieser dadurch ein optisches „Gegengewicht“ zu meinen Hüften bildet (ich nenne es mal so: Ein X für ein A vormachen…;-)). Die eingearbeiteten Nieten müssten von mir aus aber eigentlich nicht sein. Deren Entfernung würde das Gewebe jedoch zerstören, also bleibt er wohl so wie er ist. Der schwarze Lackgürtel von Hallhuber hat sich in letzter Zeit übrigens zu einer Art Lieblingsstück entwickelt, nachdem er Monate lang nur rumgelegen hat, trage ich ihn nun andauernd.

3 Gedanken zu „Ich glaub, ich steh im Wald

  1. Da hast Du mal wieder Glück gehabt würde ich sagen 😉 schönes Teil! Ich nenne übrigens auch einen geerbten Fuchs mein Eigen, kann aber nicht wirklich viel mit ihm anfangen muss ich gestehen 🙂 die Pullover in diesem Style finde ich aber toll – kennt Du das Outfit von Kate Bosworth mit der Eule (glaube ich) und dem engen Rock? Sah toll aus – ich werde auf jeden Fall nach einer nicht zu hochpreisigen Variante Ausschau halten!

    LG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

    • Hi Chrissie,

      nein, das Foto von Kate B. ist mir leider noch nicht aufgefallen. Übrigens habe ich den geerbten Fuchs längst entsorgt. Ich mag sowas einfach nicht tragen, bin da irgendwie „fies“ davor. Wobei mir bewusst ist, dass das eigentlich inkonsequent ist, da ich doch auch gelegentlich echtes Leder trage. Irgendwie wurde unsere Generation seit frühester Jugend darauf konditioniert (was bei mir zumindest prima funktioniert hat) Echtpelz abzulehnen. Leder aber komischerweise nicht. Ich werde über dieses Thema bei Gelegenheit mal in einem Extrabeitrag aufnehmen.

      Glg, Annemarie

  2. von den oben gezeigten waldmotiven sagt mir lediglich die eule zu, wobei eule schon fast jeder trägt, also ohrringe oder kette zumindest. dein füchschen ist aber was ganz anderes, aufgestickt und wie eine pelzstola um die schulter geschlungen, sehr chic! die schulterpolster und der schmale gürtel machen eine super silhouette.
    schade, dass es bei uns kein oxfam gibt, da fehlt uns wirklich was! lieben gruß von sabine

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