Tomboy

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© nenochka - Fotolia.com

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Momentan befinde ich mal mal wieder in einer „Tomboy-Phase“, das heißt ich bevorzuge Kleidung, die sich an der klassischen Herrenmode orientiert. Übergroße, gerade geschnittene Sakkos und Hemden werden zum Beispiel kombiniert mit weiten Hosen im Herrenschnitt, gelegentlich auch mal mit Krawatte, einer Fliege oder eine Weste dazu. Auch einige Hüte und Kappen wie zum Beispiel Borsalinos, Melonen und Schlägermützen ergänzen sehr gut diesen männlich inspirierten Kleidungsstil.

Da ich in den letzten Monaten zwei Kleidergrößen zugelegt habe*, fühle ich mich in figurbetonter Kleidung aktuell eher unwohl, zumal mich das ständige Kaschieren von irgendwelchen „Pölsterchen“ nur unnötig stressen würde.
Und deshalb passt mir der lässige, androgyne Look, den Marlene Dietrich in den 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts salonfähig gemacht hat, gerade ganz ausgezeichnet ins Konzept.

Aber auch unabhängig vom aktuellen Körperumfang durchstöbere ich beim Shoppen schon seit Jahren auch immer mal wieder die Herrenabteilungen der Geschäfte. Herrenkleidung hat nämlich den Vorteil, dass sie oft nach eher praktischen Aspekten und weniger nach rein modischen (wie in der Frauenmode üblich) designt wird. Nehmen wir zum Beispiel meine Winterdaunenjacke von GAP: Sie ist unvergleichlich warm und mit zig Innentaschen versehen, dazu braucht frau unterwegs noch nicht einmal unbedingt eine Handtasche. So etwas muss man in der Damenabteilung erst einmal finden. Zumindest in der niedrigen bis mittleren Preisklasse dürfte das ziemlich schwierig werden.

Vor einigen Jahren waren zum Beispiel hüftige Hosen und dazu eher kurze Oberteile modern. Ich aber war auf der Suche nach einem warmen Winterpullover, der bitteschön meine Taille bedecken sollte und idealerweise auch einen Teil meiner Hüften. Auf bauchfrei hatte ich einfach keine Lust (außerdem war mir das zu kalt). In der Damenabteilung hatte ich damals keine Chance. Fündig wurde ich erst bei den Herren!

  • Wie frau ihre passende Herrengröße ermittelt:
    Einfach auf die Damengröße 10 addieren. Damengröße 40 ist also Herrengröße 50! Und wer besonders hochgewachsen ist, multipliziert das Ergebnis nochmals mit 2. Anprobieren sollte man die Kleidungsstücke allerdings trotzdem (übrigens ein weiterer Vorteil: die Schlange vor den Herrenankleiden ist meist um einiges kürzer und die an den Kassen sowieso), da diese manchmal in den Hüften enger geschnitten sind. Ich bevorzuge zum Beispiel bei Sakkos eine Nummer größer als errechnet.

Zara Schnäppchen Juli 2012

Zara Schnäppchen Juli 2012

Eigentlich braucht eine Frau, die diesem Trend folgen will, aber noch nicht einmal mehr einen Fuß in die Herrenabteilung zu setzen, wenn sie das nicht möchte oder wenn ihr Herrenkleidung zu lang geschnitten sein sollte. Denn mittlerweile wird Kleidung im maskulinen Stil längst eigens für die weibliche Zielgruppe produziert, ich nenne nur „Boyfriendjeans“ als Beispiel. In der Kampagne für den kommenden Herbst 2012 zeigt Mango sehr schöne, ausgesprochen lässige Kombinationen in der Art (leider ohne Foto) mit großem „haben-wollen“-Effekt. Aber auch in den dunkelgrünen Hosenanzug aus Samt im 70s Style von 3 Suisses habe ich mich verliebt, obwohl dieser etwas figurbetonter geschnitten zu sein scheint.

Aktuell liegt allerdings noch der (Sommer) „Sale“ in den letzten Zügen. Bei Zara wurde nochmals kräftig reduziert und mir gelang es auf den letzten Drücker zwei ganz nette Schnäppchen zu machen. Die weiße Bluse mit den Fransen war auf 16 Euro reduziert, die lässige Hose mit den weißen Seitenstreifen auf 22 Euro (beide von 39 Euro). Dazu kombinierte ich meinen schwarzen Blazer aus der Herrenabteilung von H&M sowie schwarze Lackslipper, ebenfalls von Zara.

* Dank exzessiver „Ersatzesserei“ aufgrund von Nichtrauchens von 38 auf 42. Ich hab’s leider noch nicht wieder im Griff.

9 Gedanken zu „Tomboy

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  4. Wow, du siehst echt schlank aus und nie und nimmer nach einer 42! Ich muss auch endlich mal in die Stadt zum Sale shoppen, aber ich bin immer so faul, am liebsten shoppe ich online wie hier. Ich liebe den neuen Tomboy-Look. Ich mag sowieso eher klassische und zeitlose Kleidung. Sehr schön!

  5. Schönen guten Abend,
    ich kann gar nicht glauben, dass Du in Größe 42 hineingewachsen bist. Du siehst schlank auf den Fotos aus, finde ich. Wie groß bist Du denn?

    Gruß

    • Ich bin um die 1,80 m groß. Schlank aussehen auf Fotos ist nur eine Frage des richtigen Posings – und gut kaschierender Kleidung natürlich. Trotzdem gibt es natürlich auch Fotos, auf denen dies weniger weniger gut gelingt, aber um die zu publizieren, wäre ich viel zu eitel 🙂

      Lg, A.

  6. diesen marlene-stil finde ich einfach traumhaft! trage ihn auch immer wieder, vor allem, seit ich mir einen neuen schrank zugelegt und daraufhin mal alle klamotten gesichtet habe. ich brauche nun erstmal nicht mehr shoppen zu gehen, weil ich so viele sachen ‚wiedergefunden‘ habe, so dass ich vieles neu kombinieren kann. 😉 vieles im oversized-look, kann man einfach super einsetzen. übrigens finde ich deine glitzer-slipper einfach toll! =)

  7. Oh – die Bluse ist aber hübsch!!!! Ich war zwar auch mal bei Zara habe aber noch nichts Nettes entdeckt :(. Mit den Herrensachen habe ich leider bei meiner Körpergröße so meine Schwiergkeiten einmal hatte ich ein echt tolle Hose aus ihr – die habe ich geliebt!

    In den grünen Anzug habe ich mich übrigens auch gerade verliebt….. der ist sooo schön!
    Vom Schnitt her aber für abgebrochene Meter wie mich nicht sehr günstig!

    Liebe Grüße aus der EDELFABRIK Chrissie

  8. das wäre auch was für mich. Ich bin so der typische Jeansträger, für 45 Jahre trage ich gerne sportlich chic ,auch mal feminin, aber ist ja immer dasselbe . Ich bin da ziemlich festgelegt. Bin nicht dick, habe aber meine Schwachstellen und das ist meine Taille, für mich irgentwie nicht vorhanden. Deine Ideen sind abgespeichert und ich gehe mal gucken und vielleicht traue ich mich auch mal.

    LG Andrea

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