Smells like…Lady Gaga

8 Kommentare

oder

Phänomen „Promidüfte“

BILD ENTFERNT
Neuesten Meldungen zufolge bringt Lady Gaga kommenden Herbst ihr schon eine ganze Weile angekündigtes erstes eigenes Parfüm namens „Fame“ auf den Markt. Auf den Plakaten, die den neuen Duft bewerben sollen, räkelt sich eine unbekleidete Diva, während Miniaturmänner – wie einst die Lilliputaner auf Gulliver – auf ihr herumkrabbeln. Das Bild ist durchaus ästhetisch, manche kritisieren es allerdings als für Gagas Verhältnisse unkreativ. Aber zumindest ist es nicht unappetitlich – was bei der Dame bekanntermaßen nicht zwingend auszuschließen ist (ich sage nur: Fleischkleid!).

Das Phänomen „Promidüfte“ existiert meines Wissens etwa seit den 1980er Jahren. Liz Taylor war eine der ersten Promidamen, unter deren Namen ein Duft vertrieben wurde. Es folgten die Elvis-Witwe Priscilly Presley und die Tennisspielerin Gabriela Sabattini und alle drei Damen feierten mit gleich mehreren Duftkreationen hintereinander im Laufe der Jahre einige (Verkaufs-)erfolge. Seither kreiiert fast jede Promidame, die etwas auf sich hält früher oder später ihre eigene Duftkomposition – und auch so mancher Promiherr verdient sich ein Zubrot damit.

Nadelstreifenjacke

Odt
Jacke: Plein Sud, Hose: Asos

Wobei ich mich frage, inwieweit diese Prominenten wohl tatsächlich am Entstehungsprozess des Duftes beteiligt sind bzw. ob sie „ihren Duft“ dann auch tatsächlich selbst tragen – oder ob sie eben ausschließlich als Gallionsfiguren dienen.

Noch interessanter ist allerdings die Frage, was wohl die Kundinnen dazu bewegt, ein solches „personalisiertes“ Produkt zu erwerben. Soviel ist klar: Kauft man einen Duft, so hat das oft auch etwas zu tun mit (dem Wunsch nach) einem bestimmten Image. Ist es also das Bedürfnis des Fans, seinem Idol auf indirekte Weise „näher zu sein“ in dem er wie dieser riecht? Oder dass auf diese Weise etwas von dessen Glanz auf ihn abfärben möge? Das halte ich für ziemlich illusorisch. Aber vielleicht verrät uns ja der liebste Promiduft, welchem Prominenten wir gerne ähnlich wären. Oder aber man traut der jeweiligen Prominenten einen besonders guten Geschmack in Hinblick auf Düfte zu. Oder ist es einfach so, dass ein richtiger Fan eben grundsätzlich alles kauft, was mit der bewunderten Person zusammenhängt: ganz egal um was für ein Produkt es sich dabei handelt?

Die Fotos und der Name eines bestimmten Prominenten auf einer Werbeanzeige sind für mich normalerweise kein Argument, einen bestimmten Duft zu kaufen. Zudem sind Promidüfte meist recht kurzlebig (Saisondüfte) und ich präferiere die Klassiker der großen internationalen Modehäuser, möglichst die mit Geschichte. Das ist mein Ding. Ich bin noch nicht einmal interessiert an Pröbchen von Paris, Britneys, Heidis oder Christinas Dufterzeugnissen*. Auch Lady Gagas schwarzgefärbtes Wässerchen, das bei Hautkontakt transparent wird und das übrigens doch nicht – wie vor einiger Zeit in den Medien angekündigt wurde – nach einem Mix aus Sperma und Blut riechen soll, sondern stattdessen nach Jasmin plus ein paar weiteren floralen und fruchtigen Indigrienzen, wird wohl kaum den Weg in mein Badezimmer finden. Aber um ganz ehrlich zu sein – wir sind ja unter uns – einen einzigen besitze ich inkonsequenterweise doch – nämlich den der immer stilvollen Dita von Teese. Ein Spontankauf, der einfach so passiert ist. Denn die Dita, die hat Geschmack, sie weiss natürlich, was gut ist. Und selbstverständlich mutiere auch ich auf der Stelle zum eleganten Retro-Vamp, sobald ich nur ihren Duft auftrage 😉

… was ich gerade höre (nicht die Lady…) …

* = definitiv kein Anspruch auf Vollständigkeit

8 Gedanken zu „Smells like…Lady Gaga

  1. Pingback: Ist das Kunst… | Meine Kleider

  2. Ich finde es auch erstaunlich, dass so viele Promis ihre Düfte raus bringen. Womit hängt das zusammen? Ein ungeschriebenes Marketinggesetz??

  3. ich würde auch den von christina aguilera nehmen. zudem gefällt mir auch der flacon am besten =)

  4. Hi Chrissie, Vivienne Westwood, da sagst Du was! DER Frau würde ich allerdings auch einen guten Geschmack zutrauen. Ist halt doch alles eine Frage des Images (wovor selbst ältere wie wir nicht gefeit sind) 🙂

    Lg, Annemarie

  5. also, ich möchte dann gerne ein Vamp sein, denn ich liebe den Duft von dieser Christina A…… ich weiß nicht wie Sie heißt. Die bei Moulin Rouge mitgesungen hat. Das war aber eher Zufall, hatte es für meine Schwiegertochter gekauft,weil Sie den so toll fand und ich hatte daran geschnuppert und fand den auch toll. Aber ich weiß, das ich nie ein Vamp werde, das war nicht der Kaufgrund, heul….bin halt eine durch und durch Ostfriesin, die haben es nicht so mit Vamps…
    Ich habe auch meine Standard-Düfte und verfalle nicht so oft dem Neuen und erst recht nicht Promidüfte. In den 80 igern hatte ich mir mal das Pafüm von der Sabattini, das war schrecklich. Ich liebe Angel, Dior, Escada und mein Jil Sun. Das muss reichen…

    LG Andrea

    • Hi Chrissie, wenn ich niemanden dazu zuspammen muss, dann mache ich das gerne! Will sagen: Mich stört bei so etwas eigentlich nur der Aspekt der „Verpflichtung“ zur Weitergabe an X Personen. Lg, Annemarie

    • Ne, dass musst Du nicht 🙂 Kann jeder machen wie er möchte :)!

      Jetzt aber zu den Düften – ich finde das die strategisch doch eher auf ein jüngeres Publikum zielen. Da ist der Starkult noch größer 🙂 und vom Duftradiergummi mit Starbild bis zum Starparfüm ist der Weg nicht weit ;)!!! Das einzige Parfüm dass mich vom Duft her interessiert in dieser Richtung ist das von Victoria Beckham. Das liegt aber mehr daran, dass ich Ihre Modelinie wirklich toll finde und ich mir entsprechend vorstellen könnte, dass der Duft auch ganz prima ist :). Mit D&G geht mir das so – ich mag die Mode und die Düfte dieses Labels total gern – ebenso wie Vivienne Westwood – tolle Mode tolle Düfte! Ich gehe nicht davon aus, dass die Designer großen Einfluss auf die Duftgestaltung nehmen, aber vielleicht ist an dem Ding mit der „Zielgruppe“ eben doch was dran 😉

      LG aus der EDELFABRIK Chrissie

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