Die letzte Adoptorin

10 Kommentare

Nun bin auch ich letztendlich in den Kreis der „Smartphone„-Nutzer eingetreten. Ab sofort bin ich Besitzerin eines Samsung Galaxy ACE.

Obwohl ich beruflich ursprünglich aus dem IT-Bereich komme und somit wohl so etwas wie eine „natürliche Affinität“ zu technischen Neuerungen aller Art haben sollte, tendiere ich ganz im Gegenteil dazu, entsprechende Anschaffungen im privaten Bereich so lange wie möglich hinauszuzögern. Will sagen: Eigentlich sollte ich zu den „Early Adopters“ gehören und stets danach trachten möglichst immer als eine der allerersten die neuesten Produkte zu erwerben. Doch das tue ich nicht. In erster Linie aus finanziellen Gründen, aber manchmal frage ich mich auch „brauch ich das denn unbedingt?“

Das fing schon an mit meinem ersten CD-Player, der erst dann gekauft wurde, als der verfügbare Nachschub an Schallplatten und Musikkassetten deutlich geringer wurde. Es geschah also nur „aus der Not heraus“. Oder nehmen wir Handys… Lange Zeit dachte ich „Das ist nur etwas für Angeber, die im öffentlichen Personenverkehr einen auf dicke Hose machen wollen, sowas brauch ich nicht“. Damals fuhr ich nämlich häufig mit der Bahn und dort konnte man oft solche Herren beobachten – bzw. unfreiwillig belauschen, wie diese in ihre wuchtigen Mobiltelefone hineinmotzten und damit ihren Sekretärinnen (nur geraten) verbale Einläufe verpassten…sehr sympathisch ;-(*.
Erst Jahre später, als ich freiberuflich für ein Mobilfunkunternehmen tätig wurde, entschloss ich mich, mir vielleicht doch mal ein eigenes Handy anzuschaffen. Irgendwie kam mir das angemessen vor. Und natürlich interessierte mich bei der Auswahl des Gerätes damals vor allem anderen eines: nämlich dass es hübsch aussah🙂

Karierte Hose von H&M (mit dem Smartphone fotografiert)

Karierte Hose von H&M (mit dem neuen Android-Smartphone fotografiert)

An die ständige Verfügbarkeit eines Handys habe ich mich mittlerweile mehr als gewöhnt (das Android ist übrigens mein fünftes). Ohne so ein Gerät fühle ich mich tatsächlich „beinahe nackt“. Zumal es mir nicht nur zum Telefonieren, sondern u.a. als Wecker, Kalender, Kamera und Notizblock dient. Jedoch der „Apple-Zug“, der fährt nach wie vor so ziemlich ohne mich, ich besitze privat weder ein iPhone, noch ein iPad und mein MP3-Player ist von Sony und heißt „Walkman“ (ja, genau wie der alte Kassettenrecorder!). Und ich bin nicht im geringsten versucht, ein iPad zu kaufen, denn ich bin immer noch der Meinung mein kleiner hübscher 10-Zoll-Laptop mit seiner Tastatur(!) sei für unterwegs viel praktischer als so ein Wischding, auf dem in 0,nix Fingerabdrücke zu sehen sind (mir reicht in der Hinsicht echt schon meine ständig verschmierte Brille!). Denn ich will nicht nur gucken und konsumieren, sondern auch (Texte, Bilder etc.) eingeben! Warum dann also Hunderte von Euro für ein „Tablet“ ausgeben?

Letzte Woche: Rosafarbene Jacke von Elie Tahari

Nicht ohne meinen Walkman –
Rosa Jacke von Elie Tahari

Andererseits – wenn ich das so mitkriege, mit den ganzen „Apps“ usw., dann denke ich mir, ich sollte vielleicht doch mal langsam einsteigen in diesen Zug, um den Anschluss nicht zu verpassen. Hauptsächlich aus beruflichen Gründen, nicht so sehr aus einem persönlichen Bedürfnis heraus. Also deshalb – und weil mein Handyvertrag ohnehin total veraltet war – gab es nun ein Vertragsupdate (plus Internetflatrate – ohne die macht es m.E. keinen Sinn) und ein Samsung Galaxy zum Drüberwischen. Damit bleibt mir zwar die hippe Apple-Welt nach wie vor weitestgehend verschlossen, aber immerhin ist es ein Smartphone. Gut – ich schätze, jetzt brauch ich noch Reinigungstücher(?) und eine Schutzhülle zwecks Vorbeugung von Kratzern. Was habt Ihr denn da so hübsches? Und könnt Ihr mir sinnvolle Apps empfehlen?

P.S.: Die nächste große technische Innovation, bei der „man mal wieder mit muss“ – ob man will oder nicht, ist übrigens die neueste Version von Microsoft Windows. Diese wird uns nämlich mit Sicherheit aufgedrückt werden. Die Anwendungsweise der Benutzeroberfläche soll sich angeblich komplett ändern. Alles bisher gelernte wäre damit für die Tonne. Und ich denk mir: Wieso? Das klappte doch prima, wie es war (na ja, meistens jedenfalls). Aber manchmal brauchts wohl eine Verändung, um der Veränderung willen. Vor allem aber, um den Konsum am Laufen zu halten. Eigentlich also fast dasselbe wie in der Mode.

* = Die Frage ist, bei wievielen dieser Telefonate am anderen Ende der Leitung wohl einfach nur die Zeitansage drangewesen sein mag (das war übrigens auch damals schon ein Automat und nicht etwa „die freundliche junge Dame vom Amt“!).

pb-1

…etwas Musik zum Abschluss…

10 Gedanken zu „Die letzte Adoptorin

  1. Pingback: Kindle – brauch ich das? | Meine Kleider

  2. Zum Thema neue Windowsversion. Mein Arbeitgeber bastelt seit Jahren an einem eigenen Linuxderivat. Zu Beginn des Projekts war das weltweit aufsehnerregend. Nur leider hat man alles wegkonfiguriert, was an Linux (grade für Javaentwickler) gut und sinnvoll ist. Dafür haben wir jetzt eine kack-verbuggte Oberfläche incl. grauenhaften Features die weniger bietet, als seinerzeit Win 3.11.

    LG Sunstorm

    • Hach ja. ich kenn das, es wird immer alles verschlimmbessert. Zum Beispiel unser CMS! (und das ist nur ein Beispiel von VIELEN).

  3. Ach bin ich wieder froh, dass ich nicht die Einzige bin, die diesem ganzen Technikwahn so wenig abgewinnen kann!!! Mein erstes Handy war ein abgelegtes eines Exfreundes und ca. 25 cm hoch (inkl. einer dicken Plastikantenne) und ca. 12 cm breit. Jetzt könntest Du denken: „wow die Chrissie schon eines von den ersten Handys gehabt!“ Stimmt! Allerdings hatte ich „den Knochen“ zu einer Zeit, als alle schon mit winzigkleinen Nokiahandys durch die Gegend gelaufen sind🙂 Ein Smartphone habe ich bis heute nicht, wobei ich auch langsam darauf Lust bekomme, nicht zuletzt weil man dann auch von unterwegs mal den ein oder anderen Blogeintrag oder Kommentar senden kann🙂

    LG Chrissie aus der EDELFABRIK

    PS: Beide Outfits gefallen mir mal wieder super gut! Die Karohose ist total der Hingucker!!!

    • Erzähl doch nix. Wahrscheinlich befandest Du Dich anno irgendwann Anfang/ Mitte der 90er Jahre in einem Zug auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Frankfurt und hast ganz wichtig mit Deinem Riesenknochen telefoniert. Und ich hockte ein paar Sitze weiter und hab gedacht „manno, das ist vielleicht eine Angeberin mit Ihrem MOBILTELEFON!!!“😉

      P.S.: Ich bin ganz erleichtert über die Internetflatrate, die es mittlerweile auch zu akzeptablen Preisen gibt. Zuvor hatte ich nämlich immer Angst, mein Handy würde ungewollt online gehen (falsche Taste gedrückt und zack: online!) und ich infolgedessen eine Horrorrechnung über Hunderte oder gar Tausende von Euros kriegen…darum muss ich mir jetzt jedenfalls keinen Kopf mehr machen.

    • Ich sitze hier grad an meinem Rechner und lach mich kaputt🙂 Die Chrissie im Zug🙂
      Das mit der Flatrate passt echt gerade voll ins Thema🙂 heute Morgen habe ich nämlich mit meinem Mann (ok Freund… aber das hört sich so unerwachsen an ;)) wieder darüber diskutiert, ob ich nicht endlich mal ein Smartphone bekommen sollte…. der Angst vor dem falschen Knopf würde ich dann sicher auch mit einer Flatrate begegnen🙂 Ich habe immer noch ein günstiges Prepaidteil das sich alle 2 Monate mal mit 15.- Euro auflädt! (Kein Scherz, ich telefoniere und simse wirklich äußerst selten mobil!) von daher muss ich mir gut überlegen, ob sich das wirklich lohnt so ein Vertrag – aber man kann so schön spielen …😉

      Liebe Grüße😉 Chrissie

  4. Ich gehöre ja auch zu den IT-lerinnen. Bei uns im Hause testet allerdings mein Mann (ebenfalls IT) die technischen Geräte. Ich habe aktuell ein 2 Jahre altes, gehacktes Samsung Galaxy in Gebraucht. Optimierte Akkulaufzeit, wenig Apps (Fahrplan, Wetter, Mailclient, Dolphin-Browser, Telefon, sms… und noch einiges, was ich angeblich „brauche“, aber nie benutze.
    Mein großer Sohn hat sich das aktuelle Samsum zu Weihnachten gekauft und betreibt es mit D2. Telefonie zum Aufladen, Internet 500MB incl. 1000 sms monatlich für 9,95 €. Das ist fair, finde ich. Telfonkarte zahl ich, Internet er.
    LG Sunstorm

  5. mein Gott Du wirst mir ja immer sympatischer. Ich sehe das genauso. mein Geld geht für alles möglich drauf, aber ich besitze ein total veraltetes Handy, aber mit Kamera ( stolz)…Ich muss nur telefonieren und sonst nicht, ach ja und simsen natürlich. Ansonsten darf ich nicht in der Öffentlichkeit mit mein uralt Handy telefonieren, wenn mein Sohn dabei ist ( ist ja megapeinlich, eine altmodische Mutter zu haben) und wenn ich mich mal in so ein Handyshop verirre, dann bin ich hoffnungslos überfordet. Da ich nichts von Verträgen halte und ich in der Hinsicht auf mein Geld sitze, tja werde ich wohl noch lange mein Uralt Handy benutzen, hoffentlich werde ich nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen….
    I Pod hä, was ist das ? neee Spaß, aber ich brauche sowas garnicht.

    LG Andrea

    • Hi Andrea, ich glaub für die Kids ist das so eine Statussymbolsache. Eine gute Freundin von mir ist Lehrerin und unterrichtet Kids im Teenageralter. Was in unserer Schulzeit die Markenjeans oder die „richtigen“ Turnschuhe waren, ist laut ihrer Aussage heute das neueste Handy (bzw. Smartphone), das man als Schüler/in haben muss, um von seinen Klassenkameraden akzeptiert zu werden. Und ein Bekannter erzählte mir, sein 11jähriger Sohn wünsche sich ein iPhone zum Geburtstag, alle anderen in der Klasse hätten auch schon eins… mit 11 wohlgemerkt.
      Ich bin mal gespannt, wann sich meine Nichte (3) ihr erstes richtiges Handy wünscht.
      Lg, Annemarie

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