Drachen

5 Kommentare

Wer meinen Blog schon länger besucht, erinnert sich vielleicht an die olivgrüne Armyjacke, in die ich mich letzten Februar spontan bei Zara verliebt habe. Absolut begeistert ob ihrer Lässigkeit und der Tatsache, dass sie mir ausnehmend gut zu stehen schien, wurde sie kurz nach der Erstsichtung gekauft.

Seither sind ein paar Monate vergangen und ich stelle überrascht und letztendlich peinlich berührt fest – dass ausgerechnet besagte Jacke diesen Sommer der absolute Verkaufsschlager zu sein scheint, zumindest hier in der Stadt. Wo ich auch gehe oder stehe: Überall sehe ich diese eine Jacke…

In der Cocktailbar, auf diversen Webblogs, auf der Kö und in der Altstadt sowieso, sogar im Büro laufen (insbesondere die ganz jungen Mädels) damit herum. Und ich meine damit nicht etwa ähnliche Exemplare oder Varianten von anderen Herstellern – damit käme ich klar – sondern exakt dasselbe Modell von Zara! Da habe ich mir wohl unabsichtlich ein richtiges „Massenprodukt“ zugelegt und das ist mir jetzt irgendwie unangenehm. In dieser Häufigkeit ist mir das innerhalb der letzten 25 Jahre mit keinem einzigen Kleidungsstück passiert (Klassiker wie „Chucks“ oder „Ray Ban’s“ ausgenommen*). Pflege ich doch so eine Art Anspruch an persönliche Individualität, trotz aller Liebe zur Mode: 08/15, das mag ich nicht sein. Ihr mögt nun denken „das hätte sie sich doch denken können, wenn sie ihre Übergangsjacke bei Zara kauft“, stimmt schon – aber nun ist es halt passiert.

Was also tun? Wegschmeißen kommt natürlich nicht infrage, somit heißt die Lösung „Customizing“. D.h. ich versuchte die Optik der Jacke insoweit zu ändern, dass sie sich von ihren Klonen absetzt, nichtsdestotrotz aber neutral genug bleibt, um nach wie vor gut kombinierbar zu sein. Der erste Gedanke war das Verschönern mit Nieten. Da ich mit der Jeansjacke von Guess mittlerweile allerdings eine opulent „benietete“ Jacke besitze, entschloss ich mich stattdessen für ein Bügelbild.

Als Motiv war ein Drache angedacht, idealerweise einer im asiatischen Stil. Ich googelte und ebayte und dawandate ein wenig herum auf der Suche nach einem passenden, asiatischen Motiv. Im Endeffekt entschied ich mich dann aber doch für ein Exemplar, dessen verschnörkelte Form ich am ehesten dem Jugendstil zuordnen würde. Tatsächlich hatte ich zwar auch noch einen „asiatischen“ Aufbügeldrachen bestellt, dieser besitzt allerdings einen unerwarteten weißen Filzhintergrund und der passt nicht zur Jacke. Ich überlege noch, auf welchem Kleidungsstück ich ihn am besten platziere, vielleicht finde ich ja etwas günstiges im Sale bei H&M. Wobei das ganze aber bitte schön nicht nach „asiatischem Gangmitglied“ aussehen sollte. Die Safarijacke von Zara bekam, wie man sieht, neben dem Bügelbild auf der Rückseite noch altgoldene Knöpfe spendiert, um auch der Frontseite ein wenig eigenen Charakter zu verleihen.

* = denn die  gibt es in unterschiedlichen Farben und Ausführungen

5 Gedanken zu „Drachen

  1. Pingback: Zufallsgrunge | Meine Kleider

  2. Pingback: K Vintage Clothing | Meine Kleider

  3. Hi Chrissie,

    ja, solche DIY- Projekte sollte ich öfter machen. Das macht Spaß und man freut sich hinterher, wenn man etwas individuelles geschaffen hat. Leider habe ich nicht so wirklich Geschick, wie z.B. Sunstorm es hat, was das Nähen angeht. Besitze auch keine Nähmaschine*. Und was Stricken betrifft, bin ich zu faul und zu ungeduldig, das dauert mir einfach zu lange, bis es fertig ist.

    Was die Tasche betrifft: Da sagst Du was! Ich habe mich immer noch nicht getraut, sie zu bemalen, habe einfach zuviel Angst, dass sie hinterher komplett „hinüber“ ist, zumal auch viele gemeint haben, dass der Fleck gar nicht sooooooo sehr auffällt.

    Lg, Annemarie

    * = Wenn ich nähen könnte, würde ich mich an Dolly Bows versuchen. Ich steh momentan auf Dolly Bows, werde demnächst mal einen Beitrag darüber machen.

    • Also mit dem Nähen habe ich es leider auch nicht so – wobei man diese Dolly Bows wahrscheinlich wirklich relativ easy herstellen kann. Eine Nähmschine habe ich noch von meiner Oma – aber bedienen kann ich die nicht 🙂

      Dass Du Dich an die Tasche noch nicht rangetraut hast kann ich verstehen – ich habe übrigens für nicht bemalen gestimmt 🙂

      LG Chrissie | http://die-edelfabrik.blogspot.de/

  4. Super Idee!! Echt! Auf sowas bin ich noch nicht gekommen – vor allem die Details – wie mit den Knöpfen – sehr kreativ! Sag mal, was ist eigentlich aus der Taschenaktion geworden?

    LG Chrissie | DIE EDELFABIRK

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s