Einblicke (Teil 1)

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© Frank Eckgold - Fotolia.com

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Was haben die Designer nur immer mit der Transparenz? Kaum eine Fashionshow innerhalb der vergangenen Jahre, die nicht mit barbusigen Modells in zarten Chiffonteilen auf dem Laufsteg zu provozieren wusste. Wobei ich mich andererseits an keine einzige Saison erinnern kann, in der dieser Trend anschließend dann auch wirklich von den Kundinnen umgesetzt wurde. Keine barbusigen Frauen auf den Straßen, in den Büros, noch nicht mal in den Discotheken. Europäische Frauen schrecken offenbar nach wie vor davor zurück, der Öffentlichkeit ihre Nippel unter einem „Hauch von Nichts“ zu präsentieren, zumindest außerhalb von irgendwelchen Stränden, jeglichem Modediktat der Designer zum Trotz. Und das gilt selbst für die hartgesottensten Fashionistas.

Verkauft werden die zarten Chiffonfähnchen mit Durchblick jedoch trotzdem und das bei weitem nicht schlecht. Nur dass frau sie in der Praxis meist mit farblich passendem „Darunter“ ergänzt. Transparente oder zumindest halbtransparente Blusen scheinen die Auslagen sogar zu dominieren. Man muss schon regelrecht suchen, wenn man die blickdichte Variante bevorzugt. Das lässt vermuten, dass rechnerisches Kalkül der Produzenten dahintersteckt. Denn gewährt die Bluse unerwünschten Einblick, so wird zusätzlich gleich noch das passende Unterziehtop verkauft. Und das wiederum erhöht natürlich den Gesamtumsatz (die Kundin kauft also zwei Teile statt nur einem: alles klar?).

Auf diese Weise kam auch ich über die Jahre in den Besitz von Unterziehtops in allen möglichen Farben. Und das obwohl ich stets versuche, den Einkauf von transparenten Kleidungsstücken zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Denn Stoffe mit „Durchsicht“ finde ich allgemein weniger sexy als einfach nur unpraktisch. Wenn ich in einem Geschäft also ein verdächtiges Stück entdecke, dessen Schönheit mich (trotz der vermeintlichen Transparenz) anspricht, was bedauerlicherweise doch gelegentlich vorkommt, dann erfolgt standardmäßig zuallererst der „Handtest“:

Ich schiebe eine Handfläche unter den Stoff und teste, inwieweit die Hand durch den Stoff hindurch zu erkennen ist. Besteht ein Oberteil den Handtest nicht, so verzichte ich in den meisten Fällen – aber nicht immer – auf den Kauf. Lustig fand ich genau denselben „Tick“ kürzlich an einer Freundin zu beobachten. Auch sie prüft die Transparenz der Stoffe beim Shoppen auf diese Weise.

Gestern habe ich mal in meinem Schrank nachgesehen und festgestellt, dass ich tatsächlich nur noch recht wenige transparente Oberteile besitze, vielleicht zwei oder drei. Darüber war ich selbst überrascht (ich hätte mit einer wesentlich höheren Anzahl gerechnet) – offenbar habe ich die meisten solcher Kleidungsstücke im Laufe der Jahre weggegeben, entsorgt oder verschenkt, weil ich sie ohnehin nie oder selten trage. Die Transparenz meines gestrigen Outfits beschränkte sich von daher auf die Arme jenes Oberteils mit dem berühmten „unsagbaren“ Ausschnitt, welche aus einer Art fliederfarbenen Spitzenstoff bestehen. Die Positionierung der Transparenz ist hier natürlich unproblematisch bzgl. der Wahl des „Darunters“, aber auch von diesem Shirt wäre mir eine blickdichte Variante im Grunde noch lieber gewesen. Gekauft habe ich das Teil also nicht wegen sondern trotz seiner Transparenz.

3 Gedanken zu „Einblicke (Teil 1)

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  2. Nun, da kann ich mich nicht ganz einreihen, denn ich auch ich stehe auf transparentes Zeug! Das wirkt so luftig und umspielt die Kurven – mir gefällts. Natürlich NICHT barbusig 😉 Aber ich habe in den letzten Jahren so viele Unterziehtops von H&M & Co. angesammelt, da hab ich immer Auswahl, die Kosten meist nur 4,95 € und halten zumindest bei mir jahrelang. Im Winter sind es meine Unterhemden. Und falls ich farblich mal gar nicht weiterkomme, hab ich auch zwei in hautfarbenen Tönen, die sieht man kaum aber sie verdecken alles 😉

    LG,
    Sandra

  3. Hallo Annemarie,
    da kann ich Dir mal wieder nur zustimmen. Mich nervt Transparenz auch eher als dass ich diese mögen würde – und die Unterziehtops nerven mich gleich doppelt dazu! Tranparenz an den Ärmeln ist glaube ich auch das Maximum das ich im Schrank habe. Den Handtest mache ich im Übrigens genau wie Du ;).

    Bei Spitzenteilchen schaue ich immer danach ob die „wichtigen“ Stellen mit Futterstoff ausgekleidet sind. Ist das nicht der Fall darf die Klamotte – und ist sie noch so schön – meist nicht bei mir einziehen. Bleibt einfach zu hoffen, dass dieser Trend wieder schnell verschwindet.

    LG Chrissie

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