Gemischte Gefühle

7 Kommentare

oder
der „geschenkte Gaul“

Gestern war ich also im Kölner Kaufhof, um mir meinen Gewinn vom „One Touch – Styling Legends Gewinnspiel“ der Zeitschrift Prinz abzuholen. Dieser umfasste eine Styling-Beratung von den drei Profis Johnny Lavoy (Haare), Billy Brasfield (Makeup) und Kim Bowen (Outfit). Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, man würde mich auch schminken und frisieren, das war allerdings nicht der Fall. Der Termin fand im Anschluss an die öffentliche Bühnenshow in einer Art Aufenthaltsraum im Kaufhof statt.

Herr Lavoy beriet mich also tatsächlich nur verbal (was mich in seinem Fall sogar erleichterte, weil ich ihm ohnehin nicht erlaubt hätte, meine Haare abzuschneiden – und so gab es darüber auch gar keine Diskussion). Er empfahl allerdings ohnehin keinen Kurzhaarschnitt, sondern riet mir stattdessen meine Haare wieder dunkler zu tönen (mir liegen ansonsten meine Mitmenschen eher mit dem Gegenteil in den Ohren, es überraschte mich also etwas). Und bei der Farbe einen weniger aschigen und dafür eher goldenen Braunton zu wählen. Das hätte ich mich – als vermutlicher(!) Sommertyp – normalerweise eher nicht getraut. Diese Punkte nehme ich also gerne mal als Anregung für meinen nächsten Friseurbesuch mit.
Der Visagist Herr Brasfield, auf den ich mich eigentlich besonders gefreut hatte (ich dachte ja, ich würde geschminkt), hatte irgendwelche Rückenprobleme und sagte deshalb kurzfristig ab – ich weiß also immer noch nicht, welche Tricks helfen könnten, mich 10 Jahre jünger zu schminken 😉

Es folgte somit direkt die Outfit-Zusammenstellung der Stylistin Kim Bowen. Glücklicherweise war noch eine junge Dame vom Veranstalter dabei, die so nett war, bei der Englisch-Übersetzung zu helfen (die kümmerlichen Reste meiner Englisch-Kenntnisse sind heutzutage nur noch peinlich…). Kim wählte für mich einen eher klassischen Look mit einem „Funky-Touch“ – sie sagte, sie sähe mich „funky“ – ok, damit kann ich leben 🙂
D.h. eine schwarze Leinenhose in Größe 38 (hauteng, ich hätte mich normalerweise eher an 40 gehalten), ein schwarzes Top, darüber eine interessante Weste mit Metallpailetten und darüber nochmals ein weißer Kurzblazer. Ich bin überrascht, dass es die klassischen Winterfarben wurden, zu denen ich selbst auch meistens tendiere. Erwartet hätte ich eher, dass andere mich in bunteren Farben kleiden würden – na gut, es gab neben schwarz und weiß in der Kollektion ohnehin nur noch blau und orange zur Auswahl. D.h. also mit meinem vielen „schwarz“, zu dem ich normalerweise greife, liege ich vielleicht doch nicht soooo falsch. Ansonsten riet sie mir, figurbetontere Kleidung zu tragen (deshalb also die Hose in 38 statt der 40…der Blazer war sogar in 36 – wobei ich den Verdacht habe, dass es größer einfach nur nicht mehr vorrätig war 😉)… Wie auch immer – das Outfit fand ich insgesamt ganz hübsch (vor allem die Weste) und freute mich, es gleich mit nachhause zu nehmen und es demnächst mal beim Ausgehen zu tragen.

Doch dann kam die nächste böse Überraschung (nach dem kranken Bill – ok, dafür kann er nichts…) – die Chefin (oder Projektverantwortliche – jedenfalls sowas in der Art) der Marketingagentur(?) Frau Z. tauchte wieder auf und erlaubte mir ein Teil vom Outfit auszusuchen und mitzunehmen. Wie jetzt? Eines? Ich erwiderte, dass in der Einladungs-E-Mail* aber vom „Outfit“ und nicht von einem Einzelteil die Rede war. Daraufhin entgegnete sie „ich weiß selbst was ich geschrieben habe“*. Und das sagte sie in einem solchen Tonfall, dass ich dachte, „wenn ich jetzt weiter diskutiere, gibt es vermutlich einen Riesenkrach und ich krieg vielleicht gar nichts, also halte ich lieber die Klappe“. Ehrlich gesagt, fand ich das Verhalten dieser Frau ziemlich merkwürdig – und weiß auch nicht, was das soll (so im Nachinein den Gewinn zu vermindern). Es muss ihr doch klar sein, dass dies zu Enttäuschungen führt. Auf jeden Fall hob es nicht gerade meine Stimmung.

Aber um fair zu sein, möchte ich betonen, dass die anderen anwesenden Personen, z.B. die Moderatorin, die bei der Beratung geholfen hatte, sehr nett waren (sie gab mir z.B. zusätzlich zu der Weste – dem Artikel meiner Wahl – noch einen Gürtel mit). Und das gilt natürlich auch für Frau Bowen und Herrn Lavoy. So dass ich im nachhinein gemischte Gefühle hege: Soll ich mich nun freuen? (immerhin hatte ich ein interessantes Erlebnis und habe auch etwas geschenkt bekommen – Stichwort „geschenkter Gaul“) oder sollte ich sauer oder zumindest enttäuscht sein, weil ich nicht das bekommen habe, was man mir eigentlich zugesagt hatte? Ich bin mir da jetzt irgendwie nicht sicher…

Nur über eines: Dass ich, sollte ich wider Erwartens noch einmal in so eine Situation kommen, meine Erwartungen bewusst etwas herunterschrauben werde.

P.S.: Das Foto links entstand heute zuhause.

* = (Zitat aus der Mail von Frau Z.) „Das Outfit (ohne Schuhe und Accessoires) dürfen Sie selbstverständlich behalten!“

7 Gedanken zu „Gemischte Gefühle

  1. Pingback: MakeUp-Workshop bei Dior « Meine Kleider

  2. Grummel – also mal ehrlich… das ist schön ein bisschen ärgerlich – vor allem, wenn man sich im Vorfeld sehr gefreut hat!

    Ich denke ich würde mich daher auch noch mal vertrauensvoll an meinen Ansprechpartner beim Prinz wenden ;). Nicht unbedingt wegen der Klamotte sondern viel mehr, weil ich ein echtes Problem damit habe, wenn Damen die sich für etwas Besseres halten so ein Gezicke an den Tag legen. Vielleicht überlegt man dann insgesamt noch mal an solchen Aktionen mit dieser Dame 🙂

    Liebe Grüße – und die Weste ist schön :)!!
    Chrissie

    • Na ja, einen Ansprechpartner bei Prinz gibts bisher nicht. Die Dame hatte mich direkt per Mail kontaktiert, um mich zu dem Termin einzuladen. Ich weiß auch nicht, ob ich da wirklich die Welle machen möchte. Nachher muss ich die Jacke noch zurückgeben – und das würde mir noch mehr stinken… In den AGB’s für Gewinnspiele steht ja meistens „der Rechtsweg ist ausgeschlossen“ – heißt das nicht – im Zweifel – Pech gehabt?

    • Hmm … das ist allerdings ein Argument – dann Varinate B: Nicht ärgern und sich sicher sein, dass Bösartigkeit immer auf den der sie streut zurückfällt 🙂

      LG Chrissie

  3. und genauso geht es mir leider auch mit den haaren.Dabei hab ich schon so extra dicke haarklammern und spangen 🙂 halten tun sie trotzdem nicht oder ich bin einfach zu unbegabt dazu 😦

  4. 1. Ärgere Dich nicht.
    2. Das ist Verarsche. Und ich an Deiner Stelle würde mich beim Prinz beschweren. Vielleicht haben die ja noch ein Trösterchen für Dich.
    Die Weste ist toll. Knallenge Leinenhose? Damit kann ma sich auch nur 1 VoMi setzten, dann ist sie so ausgeleihert. Naja.
    Dunkle Klamotten stehen Dir auf alle Fälle gut.
    Zu Deinen Kommis bei mir:
    Thema Ionen: Ich habe einen Ionenfön und ich muss sagen ich habe schon den Eindruck, dass er eine spur schneller trocknet, als mein alter. Von anderen, mit feinen Haaren habe ich gehört, er würde die Haare „ankätschen“. Nunja. Ich bin eher froh um etwas weniger Volument.
    Thema Schuppen: Mein großer Sohn hatte damit immer mal wieder Probleme. Seit er dieses Alterra Glanzshampoo ohne Silikone nimmt, ist er das Problem los. Armmuskeltraining ist immer gut… :-]
    Das kenne ich übrigens auch, wenn mir ein Produkt mal wirklich taugt, kann man drauf wetten, dass es innerhalb kürzester Zeit aus dem Sortiment verschwindet.
    Thema Fisch: Wir hatten Glück, die Fische waren nur dezent gegrätet, und nur sparsam gewürzt, auf die Minute gebraten. Sehr sehr lecker. Dazu gab es Gemüse und Weißwein.
    LG Sunstorm

    • Oh ja, das mit dem „aus dem Sortiment genommen “ geht mir ständig so. Ich musste mich auf die Weise schon von so einigen liebgewonnen Produkten verabschieden. Da fragt man sich doch fast, ob vielleicht Produkte vom Markt genommen werden WEIL sie gut sind – so nach dem Motto „sonst verkauft sich der andere/schlechtere/wirkungslosere Kram nicht mehr“ 😉
      Das Alterra-Shampoo werde ich mal probieren, wenn die Flasche mit dem „Muskeltrainingsshampoo“ leer ist – Versuch kann nicht schaden. Es kann ja nur besser werden.

      Danke Dir für den Tipp!
      Lg, Annemarie

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