Wintaaaaaasch!

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wintateaserWas ich bis heute nicht verstanden habe, ist der Unterschied zwischen „Vintage“ und „Second-Hand“. Das erste Mal, als ich den Begriff „Vintage“ bewusst wahrnahm, war als Julia Roberts im Jahr 2001 den Oscar für ihre Rolle in „Erin Brockovich“ entgegennahm und dazu diese schwarz-weiße Abendrobe von Valentino trug. Damals war das eine kleine Sensation, da trug jemand zu einer Oscarverleihung kein Kleid aus der neuesten (oder am besten noch nächsten, fürs gemeine „Fußvolk“ noch gar nicht erhältlichen) Kollektion, sondern ein Kleid von – „oh my God!“ – 1992, unfassbar (und trotzdem wunderschön!).

Seither hat sich der Begriff „Vintage“ rundum eingebürgert, er bezeichnet (manchmal) Second-Hand-Kleidung, manchmal aber auch neue Kleidung, die auf „alt“ getrimmt wurde. Wie aber genau lautet die Definition bzw. wo genau ist der Unterschied? Manchmal habe ich den Verdacht, der Begriff wird ähnlich inflationär genutzt wie z.B. „Wellness“. Zum Beispiel nennt sich heutzutage jede kleine Pension, die im Keller über eine Sauna plus ein altes Fitnessfahrrad verfügt, gerne „Wellnesshotel“. Es ist einfach ein Zug auf den jeder gerne aufspringt. Vielleicht verhält es sich mit dem Begriff „Vintage“ ganz ähnlich? Aber das ist nur meine Theorie.

Kürzlich war ich – angelockt durch die hübschen Auslagen in deren Schaufenster – in einer kleinen (mir zuvor unbekannten) Boutique. Recht angetan hatten es mir mehrere Broschen (ich suche noch eine hübsche Brosche für ein bestimmtes Kleid). Kaum dass ich den Laden betreten hatte, stürzte eine Verkäuferin auf mich zu zwecks Beratung (oder Sicherstellung, dass ich nichts mitgehen lasse, wie auch immer). Da die Broschen nicht bepreist waren, fragte ich also erstmal nach, was sie denn so kosten.

Ihre Antwort war zunächst etwas ausweichend „alle unterschiedlich“ und als ich nachhakte kam dann „ab 200 Euro aufwärts“. „Wie? Ist das Echtschmuck?“ fragte ich, was sie verneinte. „Oh das ist aber ganz schon teuer für Modeschmuck“ staunte ich „Klar sind die Broschen teuer, sie sind immerhin Wintaaaaasch!“ belehrte sie mich. „Ach so, Sie verkaufen hier Second-Hand-Ware?“ fragte ich arglos zurück. Woraufhin die Verkäuferin ziemlich pikiert, ja ärgerlich, wurde und mich darüber aufklärte, dass es sich selbstverständlich nicht um Second-Hand, sondern um Vintage handelt! Regelrecht beleidigt war die Gute. Auf meine Frage, wo denn der Unterschied läge – vielleicht muss es ein Designer(name) sein? oder vielleicht im Alter? (älter als 1980? 1970? whatever…?) oder vielleicht allein im (höheren) Preis? – kam irgendwie keine richtige Antwort mehr. Aber ich hatte es mir ohnehin mit ihr verscherzt.
Gekauft hab ich dort nichts. Da schaue ich doch lieber mal wieder bei Ebay oder Dawanda rein oder z.B. bei Promod und kaufe mir dort günstigen „Wintaaaaasch“ (Mode-)schmuck.

* = bezogen auf Kleidung und Schmuck

Ein Gedanke zu „Wintaaaaaasch!

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